Einträge mit dem Tag ‘Musik’

Dumme Gedanken

Immer, wenn ich in den letzten Tagen auf unser Betriebsgelände gekommen bin, mußte ich an Eis denken[1]: die festgefahrene Schneedecke sieht mit dem dunklen Splitt wie Stracciatella aus, und die dünne Schicht leicht dreckigen Schnees darüber hat fast genau die Farbe von Nußeis.

Musikalisch

Aber eigentlich wollte ich ja etwas ganz anderes erzählen, etwas über iTunes nämlich. Ich benutze dieses Programm zum Musikhören und zum Verwalten meiner Sammlung, außerdem für den einen oder anderen Podcast. Den Store habe ich bislang noch gar nicht benutzt, und meinen iPod verwende ich auch nur noch sehr selten — im Grunde könnte ich also auch auf andere Software ausweichen. Allerdings funktioniert iTunes klaglos, ist gut ins System integriert (jedenfalls auf dem Mac), und eine echte Alternative kenne ich auch nicht[2]

Mißtöne

Trotzdem gibt es gelegentlich Punkte, die mich stören. Da ist zum einen einiges an Kleinkram, über den man aber ganz gut hinwegsehen kann. So läßt sich beispielsweise bei jedem futzeligen kleinen Tool die, äh, Toolbar[3] nach Lust und Laune den eigenen Vorstellungen anpassen; diese Funktion bringt das System mit, so daß der Anwendungsprogrammierer nur noch wenig Arbeit damit hat. Trotzdem geht es by iTunes nicht. Oder die Smart Playlists[4]: Mehrere Kriterien lassen sich logisch per und oder oder verknüpfen, aber nicht mit beiden[5]. Allerdings läßt sich dieses Problem (das ganz ähnlich auch bei Apple Mail besteht) durch Verschachteln von Smart Playlists ganz gut umgehen.

Bewertet

Zwei Sachen sind aber sozusagen etwas größer: der Umgang mit Alben, und das Bewertungssystem.
Letzteres ist sehr einfach — und genau deshalb macht es auf mich den Eindruck, etwas lieblos an das Programm angeklatscht zu sein: man kann jeden Titel mit einem bis fünf Sternen bewerten. Die Sterne erscheinen dann in den Titellisten, und man kann sie von Smart Playlists auswerten lassen[6]. Das war es auch schon. Halt, eine Kleinigkeit gibt es doch noch: wenn man komplette Alben bewertet, dann wird diese Bewertung auf alle enthaltenen (unbewerteten) Titel übertragen, aber bei diesen erscheinen die Sterne nur als Umrisse. Umgekehrt wird die Bewertung eines Albums aus den Bewertungen der Einzeltitel berechnet[7].

So weit, so gut (oder auch nicht). Solch eine simple Bewertungsfunktion ist irgendwie auf dem Stand der neunziger Jahre[8] stehengeblieben. Meine Durchschnittsbewertung liegt knapp über vier[9] — Noteninflation halt. Hier wäre Platz für ein grundlegend neues Konzept. Wie das genau aussehen soll, weiß ich auch nicht; aber die Grundidee ist, daß der Hörer keine absoluten Bewertungen mehr vergeben muß; stattdessen könnte man zum Beispiel verschiedene Titel gegeneinander bewerten, und das Programm berechnet daraus eine Gesamtbewertung. Oder die Titelbewertung baut sich langsam auf, und man gibt nach jedem Hören nur an, ob man den Titel gerade besser oder schlechter als seine Bewertung findet; diese wird dann in kleinen Schritten angepaßt[10]. Oder noch eine ganz andere Idee — irgendeinem Programmdesigner wird schon etwas Schlaues einfallen.[11]

Albus, -a, -um

Jetzt muß ich mich, glaube ich, mal wieder als furchtbar altmodisch outen. Mit dem Durchbruch von mp3 und ähnlichen Formaten hat sich der Musikkonsum[12] wohl ziemlich auf Einzeltitel konzentriert. Das Album hat sich einigermaßen überlebt.

Naja, bei mir halt nicht. Ich bevorzuge es immer noch, ganze Alben zu hören — für mich sind das Gesamtkunstwerke, da gibt es einen Spannungsbogen ganz ähnlich wie bei einem guten Buch, und manchmal wird sogar eine richtige Geschichte erzählt[13].

Nun ja, so ganz tot ist es auch wieder nicht: iTunes gruppiert Titel zusammen, die dem gleichen Album entstammen, und stellt das Coverbild neben der Titelliste dar. Außerdem kann man den Zufallsgenerator (“Shuffle“) so einstellen, daß statt einzelner Stücke ganze Alben abgespielt werden. Schließlich gibt es noch die Bewertungsübertragung, von der ich oben schon geschrieben habe.

Trotzdem finde ich, daß man da noch einiges tun könnte: so benutze ich gerne Smart Playlists, um gut bewertete Titel zu suchen, oder solche, die ich länger nicht gehört habe. Oft finden sich dann aber wirklich nur einzelne Titel statt ganzer Alben: vielleicht habe ich letzte Woche mitten in einem Album aufgehört, und die letzten Titel sind jetzt zwei Wochen älter als die ersten; oder ich habe nicht alle Titel gleich bewertet, so daß ich jetzt nur einen Teil in der Fünf-Sterne-Liste wiederfinde.

Schön wäre es, wenn Smart Playlists besser mit Alben umgehen könnten; ich fände es zum Beispiel praktisch, eine Liste länger nicht gehörter Alben zu haben statt immer nur einzelne Titel.

[Edit: English]

  1. Will sagen, an Speiseeis; von der anderen Sorte gibt’s derzeit eh genug.
  2. Wieder: auf dem Mac. Unter anderen Systemen mag das anders aussehen.
  3. Also der obere Bereich des Fensters, in dem gerne diverse Icons erscheinen, um häufige Befehle schnell ausführen zu können.
  4. Das sind automatische Zusammenstellungen von Musiktiteln anhand von Regeln.
  5. Also: ich kann nicht alle Titel auswählen, die ich besonders gut bewertet habe und die entweder aus den 70ern stammen oder Folk sind.
  6. Man könnte etwa eine Liste mit allen Titeln, die mindestens vier Sterne haben, erstellen.
  7. Wieder vorausgesetzt, daß man das Album nicht explizit selbst bewertet hat.
  8. Man könnte auch sagen: des vorigen Jahrhunderts.
  9. Bei Lovelybooks liege ich sogar bei 4,3 …
  10. Falls das unklar war: ein neuer Titel hat meinetwegen eine Bewertung von 3. Nach dem ersten Hören sage ich der ist aber besser, und das Programm erhöht die Bewertung meinetwegen auf 3,5. Beim zweiten Mal finde ich ihn immer noch besser, und er rutscht auf 3,8 — und so weiter in immer kleineren Schritten.
  11. Ich habe mich gleich mal in die Wunschliste eingetragen:

    What I would like to see in a future iTunes version is a truly innovative rating system. Instead of assigning a fixed number of stars per title, something that evolves as I build up my library and listen to music would be great.

    For example, once I have assigned preliminary stars to a new title, iTunes might allow me to compare it to other titles with a similar rating (say, while listening to the track). iTunes could then adjust its rating accordingly. Globally adjusting ratings in order to use the full spectrum of one to five stars might also be useful. Currently, the average rating in my library is slightly above four stars, however it is hard to correct this manually.

  12. Von Konzerten mal abgesehen.
  13. Und Vinyl finde ich toll. Nur das Laufwerk paßt nicht in meinen Rechner. Schnüff.
Kein Kommentardeutschenglish

Das Jahr neigt sich langsam ziemlich schnell seinem Ende zu, und das bedeutet: die Zeit für diverse Jahresrückblicke ist gekommen. Ich möchte heute einem musikalischen anfangen, zu dem mir die Idee aufgrund eines Tweets von AndiH gekommen ist. Vorschau auf den RückblickRealisiert habe ich ihn dann mit dem Lastgraph-Dienst von Andrew Godwin. Solche Diagramme dienen ja eigentlich dazu, komplexe Verhältnisse zwischen (vielen) Zahlen klarer und leichter erfassbar darzustellen. Nach eingehendem Studium meines Lastgraphs kann ich der versammelten Leserschaft mitteilen, daß das hier nicht der Fall ist. Aus den schwellenden und schwindenden Farbflächen sieht man eigentlich nur, daß ich ein Phasenhörer bin. Und daß ich Anfang November Urlaub gemacht habe. Nun ja.

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Mir fällt gerade auf, daß ich hier schon länger nichts besonderes mehr geschrieben habe.

Das will ich jetzt auch gar nicht ändern, sondern nur kurz feststellen, daß heute ein bløder Tag war. Er bestand nämlich zum größten Teil aus den unproduktiven Zeiten zwischen irgendwelchen Meetings und Telefonaten. Besonders blød daran ist, daß diese Zeiten nur deshalb unproduktiv waren, weil ich mal wieder alles auf einmal machen wollte, anstatt eines nach dem anderen.

Nun ja, jetzt ist jedenfalls Feierabend, und ich stelle mit Freude fest, daß Gordon Lightfoot nicht nur eine tolle Stimme hat, sondern sich auch sehr zum Entspannen eignet.

Ach, und wo ich  jetzt entspannt bin, fällt mir gleich auf, daß der Tag doch nicht ganz blød war: heute morgen waren wir im Rathaus und haben unsere Lohnsteuerkarten ändern lassen. Ist zwar bloß ein Stück Pappe, aber trotzdem nett :-)

So, und jetzt gehe ich kuscheln. Gute Nacht allerseits.

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Ich will auch!

Titel:

  1. Enya — Watermark (64)
  2. Enya — Cursum Perficio (62)
  3. Enya — On Your Shore (61)
  4. Enya — Storms in Africa (59)
  5. Enya — Exile (59)
  6. Enya — Miss Clare Remembers (58)
  7. Enya — Orinoco Flow (58)
  8. Enya — Evening Falls … (54)
  9. Enya — River (51)
  10. Enya — The Longships (49)

Das seht jetzt, zugegeben, sehr langweilig aus, ist es aber nicht. Ich bin nichtmal ein so großer Fan, obwohl ich sie recht gerne höre. Allerdings habe ich in der ersten Jahreshälfte die beiden Alben, die ich digitalisiert besitze, fast jeden Morgen gehört.

Alben:

  1. Enya — Watermark (588)
  2. Gerry Rafferty — Night Owl (393)
  3. Enya — Shepherd Moons (380)
  4. Gerry Rafferty — Snakes And Ladders (370)
  5. Crosby, Stills & Nash — CSN (326)
  6. Carole King — Simple Things (320)
  7. Gerry Rafferty — City To City (320)
  8. Crosby, Stills & Nash — Daylight Again (282)
  9. Carole King — Tapestry (277)
  10. Amazing Blondel — Evensong (224)

Hier kann man schon eher meine wahren Favoriten erahnen: Gerry Rafferty, Carole King sowie Crosby, Stills, Nash und Young als Quartett, Trio, Duo oder auch Solo. Neuerdings darf es auch gerne mal Folk sein, und da sind Amazing Blondel gerade noch auf Platz 10 gerutscht.

Ja, und damit sind wir auch schon bei der wichtigsten Liste angekommen, nämlich der der Künstler:

  1. Gerry Rafferty (1085) [+1/+1]
  2. Enya (1028) [+1/+5]
  3. Toto (944) [-2/-2]
  4. The Alan Parsons Project (702) [+2/+1]
  5. Carole King (619) [0/-1]
  6. Crosby, Stills & Nash (608) [-2/-3]
  7. Stephen Stills (340) [+1/neu]
  8. ABBA (333) [neu/neu]
  9. Jethro Tull (286) [neu/neu]
  10. Steve Winwood (249) [-1/-1]

Im Vergleich mit der Liste von vor sechs Monaten hat sich nicht viel getan — plus oder minus zwei Plätze sind nicht die Welt; und auch im Vergleich mit der Liste von 2007 ist da nicht viel mehr los. Die Neuzugänge haben ihr Erscheinen in den Top Ten wohl neu digitalisierten Alben zu verdanken. Ich bin halt doch ein recht konstanter Hörer.

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Vor sechs Monaten habe ich mir eiskalt ein Thema für einen Blogeintrag bei sid geklaut; was liegt da näher, als das ganze heute nochmal zu tun?
Meine aktuellen Top 10 sehen so aus:

  1. Toto (0): einerseits bestehen Toto aus einem Haufen Studiomusiker, die es echt drauf haben; andererseits habe ich sieben Toto-Alben, da ist der erste Platz kein Wunder. Daß man die Musik zu jeder Tageszeit hören kann, tut ein übriges.
  2. Gerry Rafferty (0): ein bißchen Rock, ein bißchen Singer/Songwriter; Gerry Rafferty eignet sich besser für Nach- als Vormitag, ist und bleibt aber einer meiner Lieblinge.
  3. Enya (+3); gute Morgenmusik, und die drei aufgeholten Plätze liegen wohl daran, daß ich inzwischen ein zweites Album digitalisiert habe
  4. Crosby, Stills & Nash (-1): hach. Ein bißchen zwischen Folk und Country, und einfach toll. Aber gegen die doppelte Dosis Enya mußten sie dann doch einen Platz abgeben.
  5. Carole King (-1): eine tolle Komponistin. Auch hier gilt: der verlorene Platz liegt nur an Enya.
  6. The Alan Parsons Project (-1): sehr poppig, sehr radiotauglich. Mal höre ich die Musik gerne und häufig, mal verstaubt sie in der Ecke. Kein klarer Trend.
  7. Chicago (+1): Das wundert mich jetzt — ich habe das Gefühl, Chicago in letzter Zeit seltener zu hören.
  8. Stephen Stills (Neu): Ein Drittel von Crosby, Stills & Nash, und auch solo immer ein Genuß. Zwei Alben neu digitalisiert, da war vor sechs Monaten keine Plazierung möglich.
  9. Steve Winwood (0): Rock, Pop, Blues? Auf jeden Fall gut.
  10. Vaya Con Dios (Neu): Sehr gut, aber eher etwas für den Abend, und eher zum aktiven Zuhören.

Und hier die Dreimonatsliste:

  1. Enya: Ich sag’s ja, mit dem zweiten digitalisierten Album geht’s ab.
  2. Toto
  3. Gerry Rafferty
  4. Carole King
  5. Crosby, Stills & Nash
  6. The Alan Parsons Project
  7. Stephen Stills
  8. ABBA: jaja, jedem sein Laster…
  9. Steeleye Span: klassische britische Volksmusik, teils sehr ursprünglich, teils leicht rockig präsentiert. Richtig gut.
  10. Billy Joel: er war vor sechs Monaten noch auf Platz zehn der Gesamtliste, diesmal hat’s ihn auf die Elf verschlagen.
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Einmal Popstar sein: davon träumt manch einer. Zur Hobbyband, die im Keller oder der Garage probt, reicht es dann vielleicht auch; aber Musikvideos zu produzieren, ist teuer. Was also tun?

The Get Out Clause aus Manchester hat es auf eine andere Art versucht: sie haben ihre Stücke einfach vor Überwachungskameras gespielt. Nachher haben sie die Videos unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz angefordert. Damit waren sie zwar nur in einem Bruchteil der Fälle erfolgreich, haben aber immer noch Material von zwanzig Kameras erhalten.

Das daraus entstandene Video gibt es natürlich bei Youtube.

[via Slashdot]

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Sid hat sich wieder auf ein paar sinnentleerte Statistiken gestürzt und sich von Last.fm ihre fünf liebsten Alben ausgeben lassen.

Da kann ich natürlich nicht hintanstehen (ich liebe dieses Wort). Da hätten wir zunächst die Gewinner der Gesamtwertung:

  1. Enya – Watermark
  2. Gerry Rafferty – City to City
  3. Crosby, Stills & Nash – CSN
  4. Crosby, Stills & Nash – Daylight Again
  5. Gerry Rafferty – Night Owl

Ein bißchen überrascht mich Enya an erster Stelle; das könnte aber daran liegen, daß Watermark sich gut eignet, nach dem Aufstehen und vor dem Aufwachen gehört zu werden. Die anderen sind eigentlich — absehbar.
Und auch der neulich festgestellte Männerüberschuß ist klar ersichtlich.

Als nächsten haben wir die Halbjahresauswertung:

  1. Enya – Watermark
  2. Crosby, Stills & Nash – Daylight Again
  3. Crosby, Stills & Nash – CSN
  4. Gerry Rafferty – Night Owl
  5. Steve Winwood – Talking Back to the Night

Groß sind die Unterschiede da nicht, aber immerhin hat Steve Winwood sich auf den fünften Platz setzen können.

Auch die Vierteljahresauswertung ändert nichts wesentliches:

  1. Enya – Watermark
  2. Crosby, Stills & Nash – CSN
  3. Crosby, Stills & Nash – Daylight Again
  4. Carole King – Simple Things
  5. Steve Winwood – Talking Back to the Night

Was sonst noch? Oh ja: keine Übereinstimmung mit Sid ;-)

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Ich glaube, last.fm will mich ärgern: Ich war schon zweimal bei über 4000 Titeln angelangt, und beide Male lag ich am nächsten Tag wieder darunter.

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Tanja hat mich wieder mit einem Stöckchen beworfen. Nun denn:

Ein Song…

…der mich traurig macht: Nazareth, Woke Up This Morning — den Gedanken an ein ermordetes Haustier finde ich schon ziemlich schlimm;
…bei dem ich sofort gute Laune kriege: REO Speedwagon, Keep The Fire Burnin’;
…bei dem ich nicht stillsitzen kann: Hier halte ich es wie Tanja: Wenn damit tanzen gemeint ist, kann ich bei jedem Song still sitzenbleiben;
…bei dem ich immer laut mitsinge: Meine große Mitsing-Zeit ist wohl vorbei, aber bei manchen lasse ich mich gelegentlich noch hinreißen — zum Beispiel bei Baker Street von Gerry Rafferty;
…meiner Meinung nach zu kurz ist: Ich glaube, die meisten der Lieder, die mir am besten gefallen, sind um die zwanzig Minuten lang. Einer, der wirklich noch etwas mehr vertragen könnte, ist Child In Time von Deep Purple (um 10 Minuten in der Studioversion und 12:20 auf Live in Japan);
…der mir etwas bedeutet: Jethro Tull, Fire At Midnight — eines der schönsten Liebeslieder, die ich kenne. Es kommt ohne die üblichen Clichés aus und beschreibt stattdessen einen ganz gewöhnlichen Abend zu Hause;
…den ich ununterbrochen hören kann: Eigentlich keinen, selbst das beste Stück nervt nach ein paar Wiederholungen — aber wenn’s schon sein muß, dann vielleicht etwas Elektronisches aus der Berliner Schule: Klaus Schulze, Friedrich Nietzsche;
…den ich liebe: Uriah Heep, Salisbury — lang (16:22), mit Bläsern, ausdrucksstarkem Gesang und einem wunderbaren Baßlauf;
…den ich besitze, aber nicht mag: Merle Haggard, Okie From Muskogee — mit einem ganz üblen, erzkonservativen Text;
…dessen Text auf mich zutrifft: Auf Kommando ist das gar nicht so einfach, obwohl ich mich beim Hören öfters wiedererkenne — vielleicht A Secret Love von Toto, weil ich mich oft schwer tue, den Mund aufzumachen;
…von einem Soundtrack: Scott Joplin, The Entertainer — aus The Sting/Der Clou;
…den ich schon mal live gehört habe: Iron Butterfly, In-A-Gadda-Da-Vida;
…der nicht auf deutsch/englisch ist: Nightwish, Kuolema Tekee Taiteilijan;
…der von einer Frau gesungen wird: Carole King, Tapestry — eine geniale Komponistin, auf die ich nur wegen Hard Rock Cafe aufmerksam geworden bin;
…meiner Lieblingsband: Die Lieblingsband gibt es bei mir eigentlich nicht, aber Toto gehört schon in die engere Wahl — statt der ewiggleichen Hits von IV nehme ich mal Goodbye Elenore (von dem 1980er Album Turn Back);
…der Erinnerungen weckt: Da gibt es sicher etliche. Greifen wir mal zwei Jahrzehnte in die Vergangenheit und in die Schublade mit den etwas peinlichen Stücken: Sailor, A Glass Of Champagne. Damals habe ich Sailor rauf- und runtergehört, und als ich mich dann zum ersten Mal so richtig verliebt habe, verband sich das Gefühl mit der Musik;
…den kaum jemand kennt, obwohl ihn jeder kennen sollte: Bob Seger, Little Victories — manchmal geht es einem nicht gut, und dann freut man sich über jeden kleinen Schritt vorwärts.

Jetzt mache ich es wie Emily und erfinde selber noch zwei Kategorien:

…den ich nur durch Zufall gefunden habe: Colosseum, Lost Angeles — eigentlich hatte ich A Walk In The Park gesucht, wußte aber nicht, daß das von Nick Straker ist. Von Colosseum gibt es ein gleichnamiges Stück;
…in den ich mich erst einhören mußte: Mike Bloomfield, Analine.

So, das war anstrengend — und ich habe wahrscheinlich mehr dabei gelernt als alle, die das jetzt lesen. Ich werfe den Stock einmal weit und dreimal nah und warte auf die Antworten von Finja, 40something, Nadine und saoirse.

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Eigentlich lautet die Frage ja heutzutage: CD oder MP3?
Ich lebe da wohl hoffnungslos hinter dem Mond, bei mir dreht sich immer noch PVC Vinyl.
Eines ändert sich aber doch: Die alten Lieblinge, die mich jetzt schon zehn oder fünfzehn Jahre begleiten, stehen nicht mehr so hoch im Kurs. Ob Deep Purple oder Toto, Asia oder Manfred Mann — so recht locken sie mich in letzter Zeit nicht mehr hinter dem Ofen hervor.
Im Moment tendiere ich eher in Richtung Folk und Blues — Mike Bloomfield, Al Kooper; Crosby, Stills, Nash & Young einzeln oder zusammen, J.J. Cale, Steeleye Span, Blondel, Magna Carta, Carole King laufen hier momentan rauf und runter.
Es mag ja gut sein, daß das nur eine Phase ist, aber unheimlich ist mir das schon — naja, vielleicht ist unheimlich ein zu starkes Wort, aber ein seltsames Gefühl ist das auf jeden Fall.

Möglicherweise ist das einfach deshalb ungewohnt, weil sich mein Musikgeschmack früher nicht sehr geändert hat. Das, was zu meiner Schulzeit alle gehört haben, hat mich nie besonders interessiert. Man sagt ja, anderen Leuten könne man nur bis vor die Stirn gucken — bei sich selber geht aber nichtmal das sehr gut. Ich weiß jedenfalls nicht wirklich, warum das so war. Ich glaube aber schon, daß bei mir der Wunsch, einfach anders zu sein als die anderen, immer vertreten war. Der dürfte sich auch auf meinen Musikgeschmack ausgewirkt haben.

Klar habe ich immer wieder auch neue Musik entdeckt (jedenfalls für mich neu — das meiste ist trotzdem älter, als ich es bin). Die meisten Sachen, die ich mit zwölf oder fünfzehn gehört habe, habe ich aber auch letztes Jahr noch gerne aufgelegt.

Tja, und jetzt sitze ich hier und merke, daß ich mich doch irgendwie verändere. Seltsames Gefühl.
Wenn ich so recht darüber nachdenke, fällt das grob mit meinem Umzug zusammen. Vielleicht ist ja wirklich was daran, wenn man sagt, daß das Studium eine willkommene Verlängerung der Kindheit bis Mitte oder Ende Zwanzig ist. Zurückdrehen kann (und will) ich die Zeit nicht, also muß ich wohl erwachsen werden (jedenfalls ein bißchen) und Blues hören.

Ach was, seltsames Gefühl hin oder her, ich bin auch gespannt, was 2007 so bringt, und ich freue mich drauf!

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