Einträge mit dem Tag ‘Software’

Grmbl. Die erste Version dieses Beitrags hat WordPress für iOS gefressen.

Ich habe vor einigen Jahren meinen etwas schwierigen, vor allem durch last.fm bedingten Umstieg von analoger Musik auf MP3 beschrieben. Auch wenn sich mein Kopf (oder Bauch?) immer noch schwer tut: inzwischen bin ich im musikalischen Digitalzeitalter angekommen, ein iPhone ist schlicht viel transportabler als ein Plattenspieler, und wenn es nur bei der Hausarbeit ist.
Ich hatte mich damals nach einem sehr kurzen, wenig erfreulichen Versuch mit der Open-Source-Software Audacity mach einiger Suche für die Programme Peak und Soundsoap von Bias entschieden, um LPs aufzunehmen, zu entknistern und zu schneiden.
Nachdem mein Plattenspieler nun über ein Jahr komplett stillgestanden hat, fällt mir die Titelauswahl in letzter Zeit wieder etwas schwer: immerhin habe ich höchstens ein Drittel meiner Sammlung digitalisiert.
Also flugs die Software gestartet, den Rechner verkabelt, und -- Moment. Die Audiosoftware will neu freigeschaltet werden, wohl, weil ich den Rechner irgendwann austauschen mußte. Das bekomme ich erstmal nicht hin, und bei der Fehlersuche stelle ich fest, daß es die Firma Bias nicht mehr gibt.

Ups. Keine Ahnung, ob ich irgendwie meine bezahlten Programme wieder benutzen könnte, aber spätestens wenn sie mit einem der nächsten Betriebssysteme nicht mehr kompatibel sind, ist Ende im Gelände. So ist das eben mit Closed Source -- da kann man froh sein, wenigstens die alten Dokumente noch lesen zu können. Ich habe jedenfalls den ganzen Kram von der Festplatte geworfen und stattdessen die aktuelle Version von Audacity installiert; vielleicht werde ich ja doch noch warm damit.

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Ja, da war ich wohl ein wenig voreilig, das Verständnis des Buildsystems anzunehmen. Das stellte sich heraus, als ich den erfolgreich kompilierten gcc unter einem Debugger[1] betreiben wollte. Wer schon einmal versucht hat, ein Kompilat mit eingeschalteter Optimierung zu debuggen, weiß, was ich meine: Variablen lassen sich nicht mehr auslesen, das Programm scheint im Code wirr vor und zurück zu springen -- selbst ein sehr einfaches, selbst geschriebenes Programm ist kaum noch nachvollziehbar. Nicht so schlimm, dachte ich mir, und habe mit CFLAGS='-g -O0' configure gleich den nächsten Build angestoßen. Die Ernüchterung folgte allerdings auf dem Fuße:[2] die Flags waren irgendwo unterwegs verlorengegangen, und das Resultat kein bißchen brauchbarer als beim ersten Versuch.

Dabei bin ich eigentlich froh und dankbar, daß der gcc als Buildsystem die GNU Autotools verwendet. Sie werden zwar manchmal als veraltet und zu kompliziert abgetan, aber ich komme mit ihnen immer noch weit besser klar als mit CMake, Python Distutils und allem anderen, das ich bislang gesehen habe. Die Probleme beim gcc rühren allein daher, daß es mit dem bloßen Kompilieren nicht getan ist; stattdessen wird der dabei erzeugte Compiler dazu verwendet, aus dem Sourcecode noch einen Compiler (Stage2) zu erzeugen, und dieser wiederum erzeugt dann das fertige Kompilat (Stage3).[3] Of will man in verschiedenen Stadien verschiedene Optionen verwenden, und deshalb gibt es auch einen ganzen Zoo von Umgebungsvariablen, deren Zweck nicht immer ohne weiteres klar ist.

Ach so, die Lösung: nach dem Konfigurieren einfach make BOOT_CFLAGS='-g -O0' bootstrap eingeben, und schon klappt es.

  1. Für den Fall, daß noch nicht alle des Programmierens nicht mächtigen Leser aufgegeben haben, sei gesagt: Ein Debugger ist ein Programm, mit dem man den Ablauf und den Zustand eines anderen -- möglicherweise fehlerhaften -- Programmen schrittweise verfolgen kann.
  2. Jedenfalls halbwegs -- so ein Notebook ist nicht gerade die schnellste aller Entwicklungsmaschinen
  3. Dieser Bootstrap genannte Zauber dient dazu, den fertigen Compiler mit sich selbst zu kompilieren, was ein guter Test für seine Zuverlässigkeit ist.
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Eine kurze Statusmeldung: Inzwischen läuft der Build durch, und ein passendes Problemchen zur Analyse habe ich auch schon gefunden. Am Anfang ist es immer ratsam, sich einen weniger drängenden Bug zu suchen, weil es sonst leicht passiert, daß jemand mit mehr Erfahrung und Überblick schneller ist...

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Es war vor ein paar Tagen, da saß ich in meinem Lieblingssessel, es war etwas früher als üblich, und es sollte ein schöner Abend werden. Endlich die Gelegenheit, etwas zu tun, zu dem mir sonst die Zeit fehlt -- doch was nur? Lesen mochte ich aus irgendeinem Grund nicht, und der Vokabelkasten neben mir wirkte auch nicht gerade verlockend. Ein Computerspiel vielleicht, dachte ich mir, wenn die Monster zur Tür hereinkommen und du die Taschenlampen und Bumerangs strategisch ums Bett herum verteilst ist das sehr befriedigend, weil die Kiste dir mit jeder Monsterwelle eine neue Herausforderung vorwirft aber du löst sie jedesmal und die Lösung ist so einfach und so elegant wenn du nur die Taschenlampen hinten in die Kurven und die Shuriken vorne an die Geraden stellst, aber nein irgendwie ist das ja auch alles repetitiv und ein bißchen langeweilig, und dann wußte ich du brauchst Code code CODE und es ist völlig egal daß du jeden Tag acht Stunden am Rechner verbringst du mußt jetzt und gerade den Compiler anwerfen und ein programmieren und jedes Problem ist eine Herausforderung aber das Programm löst sie und der Code ist so elegant nur ist es gar nicht repetitiv wenn du nur das richtige Problem hast und hinterher können tatsächlich Leute dein Programm benutzen und...

Nun ja, ich habe dann ein bißchen nach einem passenden Projekt gesucht. Vielleicht ein schönes buntes Mac-Programm? Aber bald fiel mir wieder ein, daß ich vor fünf oder sechs Jahren schonmal ein bißchen im gcc herumgefuhrwerkt hatte, und das hat mir eigentlich von allen Projekten immer noch am meisten Spaß gemacht: einerseits ist der Compilerbau schon soetwas wie die Königsdisziplin der angewandten Informatik, und andererseits gibt es beim gcc unglaublich viele kleine Nischen und Unterprojekte, in denen man sich nicht gegenseitig auf die Füße tritt, man aber auch Chancen hat, daß der eigene Code hinterher im fertigen Produkt Verwendung findet. Naja, und dann hat der gcc natürlich eine sehr zentrale Rolle im GNU-Projekt und eine unglaublich breite Nutzerschaft, und das schmeichelt dem Ego dann auch irgendwie.

Für's erste ist aber statt Blood, Sweat & Code noch der Kampf mit dem Buildsystem angesagt, damit ich den ersten Bootstrap hinbekomme.

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Linksabbiegen ist doof. Man muß nämlich immer warten, bis kein Gegenverkehr mehr kommt. Und das dauert. Das hat sich auch der Onkel Ups gedacht, und deshalb hat er ein Programm geschrieben, damit seine Fahrer nicht mehr nach links abbiegen müssen. Ehrlich wahr!

[via Slashdot]

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