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Eigentlich lautet die Frage ja heutzutage: CD oder MP3?
Ich lebe da wohl hoffnungslos hinter dem Mond, bei mir dreht sich immer noch PVC Vinyl.
Eines ändert sich aber doch: Die alten Lieblinge, die mich jetzt schon zehn oder fünfzehn Jahre begleiten, stehen nicht mehr so hoch im Kurs. Ob Deep Purple oder Toto, Asia oder Manfred Mann — so recht locken sie mich in letzter Zeit nicht mehr hinter dem Ofen hervor.
Im Moment tendiere ich eher in Richtung Folk und Blues — Mike Bloomfield, Al Kooper; Crosby, Stills, Nash & Young einzeln oder zusammen, J.J. Cale, Steeleye Span, Blondel, Magna Carta, Carole King laufen hier momentan rauf und runter.
Es mag ja gut sein, daß das nur eine Phase ist, aber unheimlich ist mir das schon — naja, vielleicht ist unheimlich ein zu starkes Wort, aber ein seltsames Gefühl ist das auf jeden Fall.

Möglicherweise ist das einfach deshalb ungewohnt, weil sich mein Musikgeschmack früher nicht sehr geändert hat. Das, was zu meiner Schulzeit alle gehört haben, hat mich nie besonders interessiert. Man sagt ja, anderen Leuten könne man nur bis vor die Stirn gucken — bei sich selber geht aber nichtmal das sehr gut. Ich weiß jedenfalls nicht wirklich, warum das so war. Ich glaube aber schon, daß bei mir der Wunsch, einfach anders zu sein als die anderen, immer vertreten war. Der dürfte sich auch auf meinen Musikgeschmack ausgewirkt haben.

Klar habe ich immer wieder auch neue Musik entdeckt (jedenfalls für mich neu — das meiste ist trotzdem älter, als ich es bin). Die meisten Sachen, die ich mit zwölf oder fünfzehn gehört habe, habe ich aber auch letztes Jahr noch gerne aufgelegt.

Tja, und jetzt sitze ich hier und merke, daß ich mich doch irgendwie verändere. Seltsames Gefühl.
Wenn ich so recht darüber nachdenke, fällt das grob mit meinem Umzug zusammen. Vielleicht ist ja wirklich was daran, wenn man sagt, daß das Studium eine willkommene Verlängerung der Kindheit bis Mitte oder Ende Zwanzig ist. Zurückdrehen kann (und will) ich die Zeit nicht, also muß ich wohl erwachsen werden (jedenfalls ein bißchen) und Blues hören.

Ach was, seltsames Gefühl hin oder her, ich bin auch gespannt, was 2007 so bringt, und ich freue mich drauf!

0:40 1 Kommentar

von kirjoittaessani

One Response to “After Midnight”

  1. kirjoittaessani » Blog Archive » Unbiased Says:

    [...] meinen etwas schwierigen, vor allem durch last.fm bedingten Umstieg von analoger Musik auf MP3 beschrieben. Auch wenn sich mein Kopf (oder Bauch?) immer noch schwer tut: inzwischen bin ich im musikalischen [...]

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