Einträge mit dem Tag ‘Wodehouse’

For years I had been haunted by the fear that the Junior Ganymede club book, with all the dynamite it contained, would get into the wrong hands, and the hands it had got into couldn't have been more the sort of hands you would have wished it hadn't.

Wodehouse[1] natürlich. Einfach köstlich!

  1. Much obliged, Jeeves
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Zu Totleigh Towers hat Betram Wooster ein ganz eigenes Verhältnis: der Hausherr ist nicht nur ein Richter im Ruhestand, der ihm schon einmal eine Geldstrafe aufgebrummt hat; das Anwesen ist auch der Schauplatz der unrühmlichen Cow-Creamer-Episode, in der Bertie auf Veranlassung Tante Dahlias ein silbernes Milchkännchen in Form einer Kuh stehlen sollte.

'You won't come to Totleigh?'
'Not within fifty miles of the sewage dump.'

Als ihn ein Schulfreund, "Stinker" Pinker bittet, für einige Tage dorthin zu reisen, lehnt er zunächst rundheraus ab. Erst als die Verlobung der Tochter des Hauses mit Gussie Fink-Nottle brüchig wird, ändert er seine Meinung. Daß ihm dabei weniger das Glück der Beiden, sondern eher sein eigenes Junggesellendasein am Herzen liegt, dürfte niemanden wirklich überraschen.

Als erst alle Akteure versammelt sind, geht es in gewohnter Weise drunter und drüber: ein durchgedrehter Terrier, eine Bernsteinstatue auf Wanderschaft, ein sehr britischer Abenteurer und natürlich Roderick Spode sorgen für so viele Probleme, daß Jeeves gleich mehrfach helfend eingreifen muß.

On his own showing, he had for years been horning in uninvited on the aborigenes of Brazil, the Congo and elsewhere, and not one of them, apparently, had had the enterprise to get after him with a spear or to say it with poisoned darts from the family blowpipe. And these were the fellows who called themselves savages. Savages, forsooth!

Am Ende ist natürlich alles wieder in Ordnung. Das ist kein klassisches Happy End nach dem Moto Friede, Freude, Eierkuchen; aber die akuten Krisen sind beigelegt, und jeder geht seines Weges. Die zweihundert Seiten dahin sprühen in bekannter Wodehouse-Manier vor Sprachwitz, so daß ich das Buch wieder nur wärmstens empfehlen kann.

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England in den fünfziger Jahren: die alten Landsitze sehen zwar romantisch aus, aber ihre verarmten Eigentümer können sich weder Personal noch Reparaturarbeiten leisten. Schlimmer noch, manch einer muß sogar arbeiten gehen, um überhaupt noch über die Runden zu kommen. Im Familiensitz von Lord Rowcester tropft es zwar auch gehörig, aber immerhin gibt es noch eine Köchin und einen Butler. Seine Lordschaft betätigt sich unter Zuhilfenahme eines falschen Bartes gelegentlich als Buchmacher. Wenn allerdings das falsche Pferd gewinnt, birgt dieses Geschäft doch gewisse Risiken. Wie gut, wenn eine amerikanische Millionärin mit spiritistischen Interessen Gefallen an dem alten Gemäuer zeigt.

Zugegeben, Rowcesters Schwager, Sir Roderick, hat ein unnachahmliches Talent, zur falschen Zeit das Falsche zu sagen, und könnte bei den Verkaufsverhandlungen hinderlich sein. Doch der Butler ist niemand Geringeres als Jeeves, und der hat bekanntlich stets eine Idee parat.

Bertie Wooster taucht in dieser Geschichte übrigens nicht auf, er besucht eine Schule, um das Leben ohne Personal zu erlernen. Seine Abwesenheit tut das Ihre, um Ring for Jeeves ein ganz eigenes Lesegefühl zu geben.

Ring for Jeeves ist in meinen Augen einer der schwächeren Bände aus der Reihe. Zum einen gleitet Wodehouse' üblicher Wortwitz hier zu sehr in Richtung Slapstick ab, zum anderen fehlt mir der gediegene aristokratische Hintergrund der Geschichten. Zwar ist es durchaus ein Genuß anzusehen, wie der Autor sich über eben diesen Adel lustig macht, aber zu Jeeves gehört eben eine gediegenere Atmosphäre.

Ich habe das Buch trotzdem sehr genossen, im Kontrast zu den älteren Bände möchte ich aber einen (Bewertungs-)Stern abziehen.

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Eine Rezension zu einem neuen Jeeves-Band muß vor allem betonen, daß sich soviel gegen über den anderen Bänden gar nicht geändert hat. Geblieben sind der Sprachwitz, der leicht trottelige, aber unglaublich liebenswerte Bertie, sein übermenschlicher und doch so bescheidener Diener Jeeves. Außerdem natürlich das Leben in der britischen Oberschicht der (inzwischen) dreißiger Jahre -- eine Gesellschaft, in der niemand arbeiten muß, in der es keine Sachzwänge gibt, sondern höchstens gesellschaftliche Verpflichtungen.

Come at once. Travers.

Ganz besonders gilt das natürlich für die lieben Verwandten, denn die Familie läßt man unter keinen Umständen im Stich. Das heißt natürlich nicht, daß man sich nicht ein bißchen zieren kann oder die eine oder andere Aufgabe etwas erleichtern.

Perplexed. Explain. Bertie.

Als Bertrams Lieblingstante Dahlia ihn bittet, im örtlichen Gymnasium Schülerpreise zu verleihen, schiebt er seinen Freund Gussie vor. Der ist zwar ein Experte, was Molche anbetrifft, im menschlichen Umgang aber weniger gewandt -- ein Geek, würde man heute sagen. Als Berties Cousine ihre Verlobung löst, fährt er dann doch zu seiner Tante, um die Dinge ins Lot zu bringen.

What on earth is there to be perplexed about, ass? Come at once. Travers.

Einmal dort angekommen, steigt die Zahl der Konflikte, bei denen er seine Hilfe anbietet, ins Unermessliche. Leider tragen Berties Ideen nicht gerade dazu bei, die Probleme zu lösen, sondern erzeugen im Gegenteil nur neue Schwierigkeiten.

How do you mean come at once? Regards. Bertie.

Letztlich muß Jeeves dann die Dinge wieder richten, und er tut das in seiner üblichen Art: mit beinahe einem einzigen Kunstgriff lösen sich alle Animositäten in Wohlgefallen auf.

I mean come at once, you maddening half-wit. What did you think I meant? Come at once or expect an aunt's curse first post tomorrow. Love. Travers.

Neben dem subtilen Humor, der sich durch die Geschichten zieht, gefällt mir vor allem die Figur des Bertie Wooster. Seine Versuche, Freunden zu helfen, gehen zwar meist schief und bedürfen Jeeves' helfender Hand; aber er stellt sich nie völlig dämlich an. Und auch wenn oft alle auf ihn schimpfen, fabriziert er das Chaos in seiner Umgebung doch selten wirklich allein. Bei alledem genießt er das Leben und läßt sich den Spaß nicht nehmen.

When you say 'Come' do you mean 'Come to Brinkley Court'? And when you say 'At once' do you mean 'At once'? Fogged. At a loss. All the best. Bertie.

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Thank you, Jeeves ist die erste Geschichte über Jeeves in Romanform -- die früheren Bücher sind nur Sammlungen von Kurzgeschichten. Diese knüpfen zwar meist auch aneinander an, da aber jedes Kapitel einen eigenen Spannungsbogen hat, ist der Gesamteindruck oft etwas unruhig. Die gleichmäßigere Entwicklung, die ein Roman ermöglicht, habe ich durchaus genossen.
Sprachlich ist das Werk wie zu erwarten brillant, und ich habe einmal mehr Jeeves und Wooster gefunden, wie ich sie kenne und liebe: Schnodderigkeit gegen sprachliche Präzision, der verlebte Tag gegen Effizienz und Zielstrebigkeit, die beiden geben ein wunderbares Paar ab.

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Es fällt mir ein bißchen schwer, eine Rezension für The Inimitable Jeeves zu schreiben: eigentlich ist alles wesentliche schon gesagt. Das ursprünglich 1923 erschienene Buch enthält bestes Jeeves-und-Wooster-Material, präsentiert mit Wodehouse'schem Sprachwitz: Bingo Little geht durch diverse Liebschaften, Berties Vettern schlagen über die Stränge, und gewettet wird auf alles, sogar auf die Länge von Predigten.

I buzzed into the flat like an east wind ... and there was the box of cigarettes on the small table and the illustrated weekly papers on the big table and my slippers on the floor, and every dashed thing so bally right, if you know what I mean, that I started to calm down in the first two seconds.

In gewisser Weise erinnert das Lesen des Buchs an das Leben von Bertie Wooster: eigentlich passiert immer wieder das gleiche; aber das wirkt überhaupt nicht langweilig, sondern in seiner Vertrautheit anrührend, sozusagen das literarische Äquivalent zum Sessel am Kamin.

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