Einträge mit dem Tag ‘Abend’

Es war vor ein paar Tagen, da saß ich in meinem Lieblingssessel, es war etwas früher als üblich, und es sollte ein schöner Abend werden. Endlich die Gelegenheit, etwas zu tun, zu dem mir sonst die Zeit fehlt -- doch was nur? Lesen mochte ich aus irgendeinem Grund nicht, und der Vokabelkasten neben mir wirkte auch nicht gerade verlockend. Ein Computerspiel vielleicht, dachte ich mir, wenn die Monster zur Tür hereinkommen und du die Taschenlampen und Bumerangs strategisch ums Bett herum verteilst ist das sehr befriedigend, weil die Kiste dir mit jeder Monsterwelle eine neue Herausforderung vorwirft aber du löst sie jedesmal und die Lösung ist so einfach und so elegant wenn du nur die Taschenlampen hinten in die Kurven und die Shuriken vorne an die Geraden stellst, aber nein irgendwie ist das ja auch alles repetitiv und ein bißchen langeweilig, und dann wußte ich du brauchst Code code CODE und es ist völlig egal daß du jeden Tag acht Stunden am Rechner verbringst du mußt jetzt und gerade den Compiler anwerfen und ein programmieren und jedes Problem ist eine Herausforderung aber das Programm löst sie und der Code ist so elegant nur ist es gar nicht repetitiv wenn du nur das richtige Problem hast und hinterher können tatsächlich Leute dein Programm benutzen und...

Nun ja, ich habe dann ein bißchen nach einem passenden Projekt gesucht. Vielleicht ein schönes buntes Mac-Programm? Aber bald fiel mir wieder ein, daß ich vor fünf oder sechs Jahren schonmal ein bißchen im gcc herumgefuhrwerkt hatte, und das hat mir eigentlich von allen Projekten immer noch am meisten Spaß gemacht: einerseits ist der Compilerbau schon soetwas wie die Königsdisziplin der angewandten Informatik, und andererseits gibt es beim gcc unglaublich viele kleine Nischen und Unterprojekte, in denen man sich nicht gegenseitig auf die Füße tritt, man aber auch Chancen hat, daß der eigene Code hinterher im fertigen Produkt Verwendung findet. Naja, und dann hat der gcc natürlich eine sehr zentrale Rolle im GNU-Projekt und eine unglaublich breite Nutzerschaft, und das schmeichelt dem Ego dann auch irgendwie.

Für's erste ist aber statt Blood, Sweat & Code noch der Kampf mit dem Buildsystem angesagt, damit ich den ersten Bootstrap hinbekomme.

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Als wir gestern aus dem Kino kamen, fiel der Blick der Eule auf die Bildschirme mit dem aktuellen Programm. Wir hatten Sherlock Holmes gesehen -- eine ungewöhnliche Adaption der alten Geschichten, die aber sehr gut gelungen ist. Zwar geht es hier auch actionreicher zur Sache als in den anderen Verfilmungen, aber der Hauptunterschied ist  Holmes selbst: ungepflegt, mit Dreitagebart, in zerschlissener Kleidung, verschanzt er sich tagelang in seinem ungelüfteten Zimmer; das paßt erst einmal gar nicht zu dem Doyle'schen Gentleman mit dem scharfgeschnittenen Gesicht. Und doch: unter diesen Äußerlichkeiten ist das der Holmes, den wir kennen. Exzentrisch, brilliant, beharrlich -- und Gesellschaft erträgt er eben nicht immer. Ja, diesen Holmes fand ich sehr gut getroffen. Positiv vermerken möchte ich auch, daß Watson etwas selbstbewußter und intelligenter -- damit auch realistischer -- dargestellt wird, als das in den Büchern der Fall ist. Wenn ein Arzt, der in Indien gedient hat, keinen Schlangenbiß erkennt, geht einem doch echt der Hut hoch.

Ja, wir kamen also aus dem Kino, und die Eule blickte auf das Programm; genauer gesagt, auf Alice. Wir haben dann noch ein bißchen hin und her diskutiert: sollen wir? sollen wir nicht? aber letztlich sah uns der Abend doch wieder an der Kasse. Zugegeben, elf Uhr ist nicht unbedingt der ideale Startzeitpunkt für einen Kinofilm, wenn man am nächsten Tag arbeiten muß. Aber ab und zu darf man auch mal etwas Verrücktes tun. Und was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt. Am Anfang fand ich die Landschaftsaufnahmen nicht so gelungen: ich hatte das Gefühl, alle Bäume und Sträucher wären lediglich auf zwei oder drei Ebenen hintereinander angeordnet, was den 3d-Effekt doch sehr bemüht aussehen läßt.  In Underland war das aber nicht mehr so, und ab da hat die Optik begeistert: alles war sehr liebevoll und märchenhaft gestaltet. Die Cheshire-Katze war unglaublich katzenhaft, und Johnny Depp als Mad Hatter ist einfach göttlich.

Wir haben sehr viel Spaß gehabt und können Euch beide Filme empfehlen.

Und immer daran denken: Schlaf ist halt doch kein echter Ersatz für Kaffee.

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Dunkel ist's, und durch das offene Fenster dringen (ansatzweise) kühle Luft und das gelegentliche, entfernte Dröhnen eines Zuges.

Immer, wenn ich Wavestar höre, denke ich an den Sternenhimmel, von einem einsamen Tal aus betrachtet.

Eule ist schon oben, und es ist viel später, als es werden sollte.

Go upstairs, take off your makeup, fold your clothes neatly away.
Me, I'll sit and write this love song as I all too seldom do;
build a little fire this midnight. It's good to be back home with you.

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Es lohnt sich doch, gelegentlich die Speicherkarte der Digitalkamera bis in die Ecken auszuräumen.

...um dort einen gemütlichen Abend im Hause meiner Eltern vor zwei Monaten zu finden.

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Die beiden schönsten Momente des Tages sind Sonnenauf- und untergang. Während ersterer derzeit tageszeit bedingt etwas unhandlich ist, finde ich letzteren durchaus akzessibel.

Gestern sah das dann so aus:
Orange

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Abends im Wald ist es einfach schön.

Tie

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Abendstimmung I

Abendstimmung I

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Auringonlasku

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kylä

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Ich weiß, ich wiederhole mich; aber ich finde es immer noch erstaunlich, wie schnell sich der Begriff Heimat verschieben kann.

koti

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