Einträge mit dem Tag ‘rautatie’

Holgi fährt Zug. Ich auch. bei mir sind es zwar eher 400 km im Monat, aber auch die sind zuviel, als daß ich sie unfreiwillig im Qualme verbringen möchte.

Ein Witz der ganz besonderen Art sind ja diese zweigeteilten ICE-Wagen: eine Hälfte Raucher, eine Hälfte Nichtraucher. Dazwischen gibt es eine Trennwand mit einer klapprigen Schiebetür, die schon im geschlossenen Zustand alles andere als dicht ist. Wenn jemand sie benutzen will, öffnet und schließt sie sich aufreizend langsam. Wenn sie defekt ist oder der Zug gerade eine ungünstige Kurve fährt, schließt sie sich auch schonmal gar nicht.

Diese Tür scheint mit dem Online-Reservierungssystem der Bahn unter einer Decke zu stecken: ich bekomme nämlich grundsätzlich einen Platz direkt neben dieser Tür zugewiesen.

Ganz nett zu lesen ist übrigens noch das hier.

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Und wieder ist eines der großen Rätsel der Menschheit gelöst: was machen eigentlich die Leute, die sommers im ICE Eis verkaufen (den Kalauer spare ich mir jetzt mal), im Winter?
Brezeln verkaufen.

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Der Vorteil der Wochenend-Fahrerei liegt - sieht man mal davon ab, daß ich ziemlich gerne Zug fahre - in der vielen Zeit zum Lesen.
Leider sickert diese Zeit nicht durch irgendwelche Ritzen im Raum-Zeit-Kontinuum in unser Universum ein, sondern fehlt ganz real am Wochenende. Letzten Sonntag konnte ich mich aber nicht beklagen - es war ziemlich schwül, da hätte man eh nicht viel anfangen können.
Als ich dann abends auf dem kleinstädtischen Bahnhof stehe, bricht ein heftiges Gewitter los. Einige Blitze schlagen ziemlich in der Nähe ein, und eine der beiden Bahnhofsuhren rafft es dahin. Im Mittelalter wäre das wohl ein Omen gewesen.
Ich mache mir ein bißchen Sorgen wegen meines Anschlusses, aber ein Trost bleibt: der ICE kommt über die gleiche Strecke wie der Nahverkehrszug, und hier gibt es nur ein Gleis pro Richtung. Falls der ICE also nicht zuerst durchrauscht, muß er hinter uns herschleichen, bis ich umsteigen kann.
Der Zug kommt auch tatsächlich ein paar Minuten zu spät; der ICE fährt dann mit 5 Minuten Verspätung hinterher.
Einmal umgestiegen packe ich meinen Stephenson aus; der ist — abgesehen von seiner unhandlichen Größe - ideal für lange Bahnfahrten. Ich habe zwar regelmäßig Schwierigkeiten, mich in den dramatis personæ zurechtzufinden, aber Stephensons Fähigkeit, mit Sprache umzugehen und im besten britischen Understatement[1] einen witzigen Kommentar an den anderen zu hängen, entschädigt reichlich dafür.
Inzwischen sind wir an dem Bahnhof, an dem der zweite Zugteil — gleichsam der Kurswagen des 21. Jahrhunderts - angehängt werden soll.
Das Gewitter überschüttet uns immer noch kübelweise mit Regen, und der andere Zug hat 10 Minuten Verspätung. Kein Problem, ich muß noch einmal umsteigen und habe dafür eine halbe Stunde Zeit. Auf den Bus, der mich dann nach Hause bringt, darf ich sogar nochmal eine dreiviertel Stunde warten.
Als es dann weitergeht, hängen wir eine Viertelstunde hinter dem Fahrplan, und ich lese etwas über falsche Goldmünzen: reicht es, sie zu wiegen oder draufzubeißen, oder ist beides nötig?
Unterwegs gibt es eine Durchsage: der zweite Triebkopf hat wegen des Gewitters keine Spannung mehr, und wir halten auf irgendeinem Bahnhof an, damit der Lokführer nachsehen kann.
Jetzt ist mein IC-Anschluß schon etwas fraglicher; so genau kann man das aber nicht sagen, weil ich nicht weiß, wie weit es von unserem unplanmäßigen Halt zu meinem Umsteigebahnhof ist.
Wenn es Gold gibt, das schwerer als 24 Karat (also gewöhnliches reines Gold) ist, muß man tatsächlich wiegen und beißen.
Ergebnis der Prüfung: der Schaden läßt sich nicht beheben, der hintere Zugteil muß hierbleiben. Die Fahrgäste kommen zu uns nach vorne, es wird etwas voll. Inzwischen ist der Abfahrtszeitpunkt für den IC auch vorbei. Als es dann weitergeht, haben wir 70 Minuten Verspätung — Gutscheinverteilstunde.
Von den Freigetränken habe ich nichts mehr, weil ich aussteigen muß. Ein IC fährt heute nicht mehr - jedenfalls nicht in meine Richtung - also ist Nahverkehr angesagt. Der startet eineinhalb Stunden später als der IC und braucht für die Strecke 40 Minuten länger. Daß der letzte Bus längst weg ist, als ich meinen Zielbahnhof erreiche, versteht sich von selbst. Nach Hause komme ich dann per hackney carriage.

[1] Daß er eigentlich Amerikaner ist, stört dabei gar nicht.

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Technik, die begeistert: Beim Zug sind die Bremslichter auf der Seite. Das ist natürlich ungeschickt, weil der nachfolgende Lokführer sie da ja gar nicht sehen kann.
Deswegen treibt die Bahn dann einen ziemlichen Aufwand mit Signalen an der Strecke und Abstand zwischen den Zügen.

Außerdem sind die Lichter gar keine richtigen Lichter, sondern einfach nur Anzeigen, die beim Bremsen rot werden und sonst grün sind. Als Ausgleich gibt's da aber noch ein Manometer, und das habt ihr am Auto nicht!

jarru

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Na, das wäre doch gelacht, wenn nicht gleich am ersten Tag meines Pendlerdaseins (also Mittwoch) schon etwas schiefgehen könnte: Mein ICE fährt aufgrund verspäteter Vorleistungen erst auf halber Strecke los. Weil ich an der falschen Streckenhälfte wohne, darf ich dorthin mit dem Regionalexpress schaukeln.
Die Durchsage im Zug ist dann etwas aussagekräftiger, und es fällt das ominöse Wort Personenschaden. Man sagt ja, daß im Mittel jeder Lokführer einmal in seinem Arbeitsleben jemanden überfährt — nach den Erfahrungen der letzten Zeit glaube ich fast, daß das noch zu tief gegriffen ist.

Zum Glück braucht der RE nur ein paar Minuten länger für die Strecke als der ICE, der dann sogar wartet, und so komme ich immerhin noch pünktlich an.

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Tja, ab sofort befinde ich mich wohl auch im Bahnwahn. Es fängt auch schon gleich gut an: warum ist meine Bahncard, die ja online eigentlich nach sieben Tagen fertig sein soll, nach fast zwei Wochen immer noch nicht da? Und warum ist mein Konto trotzdem belastet worden? Fragen über Fragen. Ich habe noch eine: Warum geht ausgerechnet bei meiner Tür — naja, jedenfalls bei der Tür, aus der ich aussteigen will — die Verriegelung nicht auf? Warum merke ich das erst so spät, daß ich drinnen bleiben darf? Was ein Glück, daß der nächste Bahnhof nicht hunderte Kilometer entfernt war und es sich zudem um eine Hauptstrecke mit dichter Zugfolge auch in Gegenrichtung handelte…

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