JUL
2010
Ist es sehr unnormal, das hier toll zu finden?
2 KommentareIst es sehr unnormal, das hier toll zu finden?
2 KommentareEigentlich ist das, was Tanja da bei Michael aufgelesen hat, kein Stöckchen. Jedenfalls steht es nicht dran. Ich konnte es aber trotzdem nicht liegenlassen.
Das ZDF hat eine Liste mit den hundert liebsten Büchern seiner Zuschauer erstellt. Da geht natürlich gleich das große Zählen los: wer hat wie viele davon gelesen? Ich komme auf achtzehn, das paßt erstaunlicherweise ganz gut zu den obengenannten.
Wirklich witzige Google-Anfragen kann ich aus letzter Zeit leider nicht vermelden. Festzustellen bleibt lediglich, daß sich immer wieder Leute hierhin verirren, die auf ihre Fragen fast eine Antwort bekommen — dann aber keinen Kommentar hinterlassen, sondern wortlos wieder abziehen. Wer nach povray mandelbulb sucht, will doch sicher den Code für das Fraktal in einer Form haben, die von PoV-Ray gelesen werden kann? Naja, vielleicht hilft es ja doch noch jemandem, wenn auch der ursprüngliche Besucher längst weg ist (siehe unten).
Außerdem: mein Hauptblog läßt sich wunderbar über Google finden; das Nibelungen-Projekt aber nur über die Blog-Suche. Das finde ich ein bißchen frustrierend, weil es für die Besucherzahlen alles andere als förderlich ist. Naja, vielleicht sollte ich trotzdem noch ein paar Seiten ablichten und vor allem auch transkribieren, damit die Suchmaschinen ein bißchen mehr Text zum Zerkauen haben.
So, das war’s auch schon für heute. Ach ja, der Code:
#declare iteratex = function (x, y, z, a) {
a + pow(f_sphere(x,y,z,0),4)*sin(f_ph(y,z,x)*8)
*cos(f_th(y,z,x)*8)}
#declare iteratey = function(x, y, z, b) {
b + pow(f_sphere(x,y,z,0),4)*sin(f_ph(y,z,x)*8)
*sin(f_th(y,z,x)*8)}
#declare iteratez = function(x, y, z, c) {
c + pow(f_sphere(x,y,z,0),4)*cos(f_ph(y,z,x)*8)
}
isosurface {
function {
f_sphere(iteratex(iteratex(iteratex(x,y,z,x), iteratey(x,y,z,y), iteratez(x,y,z,z), x),
iteratey(iteratex(x,y,z,x), iteratey(x,y,z,y), iteratez(x,y,z,z), y),
iteratez(iteratex(x,y,z,x), iteratey(x,y,z,y), iteratez(x,y,z,z), z), x),
iteratey(iteratex(iteratex(x,y,z,x), iteratey(x,y,z,y), iteratez(x,y,z,z), x),
iteratey(iteratex(x,y,z,x), iteratey(x,y,z,y), iteratez(x,y,z,z), y),
iteratez(iteratex(x,y,z,x), iteratey(x,y,z,y), iteratez(x,y,z,z), z), y),
iteratez(iteratex(iteratex(x,y,z,x), iteratey(x,y,z,y), iteratez(x,y,z,z), x),
iteratey(iteratex(x,y,z,x), iteratey(x,y,z,y), iteratez(x,y,z,z), y),
iteratez(iteratex(x,y,z,x), iteratey(x,y,z,y), iteratez(x,y,z,z), z), z), 2)
}
}
[Edit: Typo in den Metadaten]
Kein KommentarDas Jahr neigt sich langsam ziemlich schnell seinem Ende zu, und das bedeutet: die Zeit für diverse Jahresrückblicke ist gekommen. Ich möchte heute einem musikalischen anfangen, zu dem mir die Idee aufgrund eines Tweets von AndiH gekommen ist.
Realisiert habe ich ihn dann mit dem Lastgraph-Dienst von Andrew Godwin. Solche Diagramme dienen ja eigentlich dazu, komplexe Verhältnisse zwischen (vielen) Zahlen klarer und leichter erfassbar darzustellen. Nach eingehendem Studium meines Lastgraphs kann ich der versammelten Leserschaft mitteilen, daß das hier nicht der Fall ist. Aus den schwellenden und schwindenden Farbflächen sieht man eigentlich nur, daß ich ein Phasenhörer bin. Und daß ich Anfang November Urlaub gemacht habe. Nun ja.
Der Sprachwissenschaftler John McWhorter hat einen Artikel über die Vielfalt der menschlichen Sprachen und ihre voraussichtliche Entwicklung geschrieben. Derzeit gebe es auf der Welt etwa 6000 Sprachen, von denen wohl nur etwa ein Zehntel das nächste Jahrhundert erleben werde.
Der Autor bedauert das zwar persönlich, hält es aber objektiv gesehen nicht für einen Nachteil. Darüber mag man streiten, seine Argumente klingen aber recht überzeugend. Eine andere Aussage des Artikels verwundert mich allerdings:
Perhaps a future lies before us in which English will be a sort of global tongue while people continue to speak about 600 other languages among themselves. English already is a de facto universal language
Eine Welt, in der Englisch Lingua Franca ist, taucht immer wieder in den Köpfen auf — mal als (positive) Utopie, mal eher negativ präsentiert. Aber ist dieses Szenario wirklich so realistisch? Zugegeben, in meiner Umgebung nimmt Englisch — beruflich wie privat — die Rolle tatsächlich überall dort ein, wo Deutsch nicht möglich ist.
Aber das ist ja nur ein sehr kleiner Ausschnitt der ganzen Welt — Europa und Amerika sind nur ein kleiner Ausschnitt, mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Asien. Wenn es denn wirklich eines Tages eine Universalsprache geben sollte, wer weiß, welche das Rennen macht?
Davon abgesehen sind einige der von McWhorter angegebenen Vorteile des Englischen recht subjektiv — die Konjugation ist in der Tat sehr einfach, und das Fehlen eines grammatischen Geschlechts gereicht dem Lernenden auch nicht unbedingt zum Nachteil. Andererseits sind Rechtschreibung und Aussprache unglaublich komplex — außer gälisch fällt mir jedenfalls keine Sprache ein, die das lateinische Alphabet verwendet und trotzdem eine dermaßen seltsame Schreibung an den Tag legt.
Eine kleine Anekdote zum Konzept der Lingua Franca habe ich noch: vor einigen Tagen mußte ich mit zwei Kollegen etwas koordinieren. Leider gab es keine Sprache, derer wir alle mächtig gewesen wären, obwohl jeder mit jedem einzeln kommunizieren konnte. So haben wir dann drei verschiedene Sprachen — Deutsch, Englisch und Polnisch — verwendet und alles Wichtige zweimal gesagt, damit alle im Bilde waren.
[via Finja]
3 Kommentare • deutsch • englishMir ist gerade aufgefallen, daß ich hier schon länger nichts mehr geschrieben habe. Da kam es mir zupaß[1], daß ich heute zufälling auf eine schicke Webseite gestoßen bin: bei tvtropes gibt es eine augenscheinlich recht umfangreiche Sammlung von verbreiteten Motiven[2] aus Film, Literatur und Computerspielen. Zu jedem Eintrag gibt es eine Erklärung und eine Reihe von Beispielen. Das beste daran ist aber: die Erklärung ist kräftig mit Links auf andere Einträge versetzt, so daß man sich schmökernd quer durch das ganze Lexikon klicken kann.
Da ist es fast schon als Glück zu bezeichnen, daß ich während der Arbeitszeit über die Seite gestolpert bin. Andernfalls hätte ich wieder viel zu viel Zeit auf der Seite verbracht.
Also: Surfbefehl! (Oder heißt das: Klickbefehl?) Ein guter Einstieg ist zum Beispiel dieser hier.
[1] Das Wort wird im allgemeinen sehr vernachlässigt.
[2] Man könnte auch Meme sagen, obwohl das nicht ganz paßt.
Kein KommentarZum Tagesabschluß habe ich noch etwas heiteres, nämlich eine Suchanfrage: warum muss man bei primzahlen die vielfachen fon 11 nicht streichen?, will ein unbekannter Besucher wissen.
Da kann ich nur sagen: die Frage ist falsch gestellt. Wenn man mit dem Sieb des Eratosthenes Primzahlen bestimmen will, sind die Vielfacher von elf durchaus zu streichen — genauso wie die aller anderen Primzahlen. Sind allerdings nur die Primzahlen bis N=100 gefragt, kann man nach der sieben aufhören: es genügt immer, bis zur Wurzel von N (hier also 10) zu prüfen.
Das sieht man so: angenommen, es gibt einen Teiler von n≤N (nennen wir ihn a), mit a>√N. Dann ist aber auch b = n/a ≤ N/a < N/√N = √N, also b<√N, Teiler von n; und so erkennen wir auch dann, daß n nicht prim ist, wenn wir nur bis √N prüfen.
Gute Nacht.
Kein KommentarMockingbird stimmt schon mal ein Requiem an, Anke Gröner ist zum ersten Mal fassungslos: der Bundestag hat heute unter dem Deckmäntelchen des Schutzes vor Kinderpornografie die Einführung einer flächendeckenden Zensur-Infrastruktur beschlossen.
Wie Telepolis sehr treffend feststellt, wirkt die Argumentation der Befürworter etwas hilflos, so daß man sich fragen muß, warum die Koalition es mit der Verabschiedung des Gesetzes so eilig hat. Die Verhandlung der von über 130.000 Bürgern unterzeichnete Petition gegen den Gesetzentwurf durch den Petitionsausschuß des Bundestages hat man — natürlich — auch nicht abwarten wollen.
Ich persönlich muß sagen, daß ich schon bei der Einführung der Vorratsdatenspeicherung so fassungslos war, daß ich zum ersten Mal seit Jahren wieder auf die Straße gegangen bin — und zum ersten Mal überhaupt den Gang nach Karlsruhe angetreten habe. Deshalb finde ich das neue Gesetz nicht weniger schlimm, aber es gibt schon eine gewisse Abstumpfung: etwa so, als ließe man sich unter Lokalanästhesie verprügeln; man weiß, daß gerade eine Menge kaputtgeht, und daß es nachher ziemlich wehtun wird, aber im Moment ist da mehr stummes Entsetzen als echte Schmerzen.
1 KommentarGestern habe ich zum zweiten Mal meinen Scrobbler — also die Anbindung an last.fm — deaktiviert. Das kam so: meine Daten sind mir lieb und teuer; und wann ich welche Musik höre, ist eigentlich ziemlich privat. Trotzdem finde ich last.fm eine witzige Idee. Die tolle Community (wie etwa bei LovelyBooks) habe ich dort nicht gefunden, aber die Statistikfunktionen sind schon ganz nett.
Nun ja, ich war schon hin- und hergerissen, als ich mich dort angemeldet habe. Letztlich hat die Neugier gesiegt, und meine Playlisten fanden sich fortan online. Ich bin natürlich davon ausgegangen, daß Außenstehende nur auf genau die Daten Zugriff haben, die auf der Seite finden; alles andere hat der Anbieter für sich zu behalten oder zu löschen.
Dann tauchte bei Slashdot das Gerücht auf, daß last.fm Benutzerdaten — das heiligste, was ein Web-2.0-Dienst hat — an die RIAA weitergegeben habe. Das wurde (natürlich, möchte man hinzufügen) von last.fm dementiert. Ich war jedenfalls einigermaßen geschockt und habe meinen Scrobbler für ein paar Tage deaktiviert.
Irgendwann hat sich meine ganz persönliche Aufregung aber gelegt, und ich habe last.fm either wieder benutzt — jedenfalls bis gestern. Dann kam erneut eine Meldung über Slashdot herein und verwies auf einen Artikel bei TechCrunch: demnach ist das Dementi damals dem Buchstaben nach wahr gewesen, weil die Daten über nicht direkt, sondern über Umwege an die RIAA geflossen seien.
Das war für mich dann Anlaß, den Scrobbler ein weiteres Mal zu deaktivieren. Danach habe ich aber ein bißchen tiefer gebohrt als sonst — und bin auf einige Ungereimtheiten gestoßen. Zum Beispiel gibt es — anders als bei TechCrunch zu lesen — sehr wohl ein klares Dementi ohne Weasel Words, nämlich beim Wall Street Journal. Bei TechCrunch selbst scheint auch nicht alles eitel Sonnenschein zu sein; jedenfalls deuten einige der Kommentare darauf hin, daß die Betreiber beim Moderieren recht eifrig sind; bei der Diskussion im Last.fm-Forum kommen sie dann auch nicht besonders gut weg.
Die ganze Sache sieht irgendwie ganz schön schmutzig aus. Was auch immer hier die Wahrheit sein mag, ich weiß auch nicht, was ich tun soll: einerseits liegen meine Daten ziemlich offen auf dem Server — auch wenn sie nie an Dritte weitergegeben worden sind; andererseits bietet last.fm ganz nette features, und der Dienst paßt schon sehr zum Web 2.0.
Mal sehen, was die nächsten Tage so bringen.
1 KommentarIch weiß gar nicht, wie lange ich mich schon darüber ärgere: wenn mein Browser die ihm aufgetragene Adresse nicht kennt, dann hängt er ungefragt ein www davor und ein .com dahinter. Das ist in meinen Augen ein typischer Fall von “nett gemeint”. Ich kann es aber nicht haben, wenn mein Rechner intelligenter sein will als ich, Das schafft er nämlich in der Regel nicht.
Bis ich dann irgendwo die erlösende Neuigkeit gefunden habe: das nennt sich Domain Guessing, und man kann es abschalten! Es geht bloß nicht in den normalen Voreinstellungen, man muß vielmehr about:config in die Adresszeile des Browsers eingeben und dann den Eintrag browser.fixup.alternate.enabled auf false setzen.
Eigentlich ganz einfach.
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