Kategorie ‘Go’

Öfter mal was neues: ich habe jetzt ein Studientagebuch.

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Der Webcomic xkcd behandelt nach eigener Aussage romance, sarcasm, math, and language. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich an die etwas kruden Strichmännchen gewöhnt habe, aber inzwischen hat er seinen Platz in meiner Bookmarkliste an der Seite von Dilbert und UserFriendly verdient.

Heute gibt es ein Diagramm über die Schwierigkeit, die Computer mit diversen Spielen haben. Angefangen von vollständig gelösten Spielen wie Tic-Tac-Toe über solche, bei denen selbst Weltmeister gegen Programme keine Chance haben (Reversi, seit einiger Zeit auch Schach) geht die Liste hoch zu Spielen, bei denen Menschen immer noch die Oberhand haben. Daß Go weit oben stehen würde, hatte ich erwartet; daß Snakes and Ladders[1] ein besonders kompliziertes Spiel sei, war mir dagegen neu, und so habe ich ein wenig Recherche den vier Einträgen oberhalb von Go betrieben. Das Ergebnis:

  • Snakes and Ladders ist ein reines Glücksspiel, das man weder gut noch schlecht spielen kann
  • Mao muß man spielen, ohne die Regeln zu kennen
  • Seven Minutes in Heaven -- ähem
  • Calvinball gibt es gar nicht

Romance, sarcasm, math, and language, indeed.

  1. oberhalb von Go eingeordnet
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Guter Druck, ein angenehmer Satzspiegel, und das Titelbild mit dem Samurai, der eine Ecke vom Goban schlägt, verleihen der Kunst des Angriffs von Kato Masao einen angenehmen ersten Eindruck.

Wie sieht es mit dem Inhalt aus? Ich muß vorwegschicken, daß mein Blickwinkel nur ein sehr eingeschränkter ist: Wigo gibt als angemessene Spielstärke den 10. bis 3. kyu an, ich bin aber mindestens zehn Steine schwächer. Daß diese Diskrepanz nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, wurde bei der Lektüre auch schnell klar. Während ich das erste Kapitel, Grundlagen des Angriffs, noch recht gut verstand, war ich bei den Problemen des zweiten Kapitels durchweg überfordert. Das soll nicht heißen, daß ich an dem Werk keinen Gefallen gefunden oder keinen Nutzen daraus gezogen hätte -- vielmehr saß ich staunend vor den Aufgabenlösungen, die meist sehr anders aussahen, als meine eigenen, plumpen Überlegungen.

Das dritte und letzte Kapitel bringt schließlich kommentierte Partien aus Katos früher Profizeit. Den Aufbau (Grundlagen, Probleme, Partien) finde ich gelungen, und weil auch schwächere Spieler aus dem Buch -- vor allem, aber nicht nur, aus dem ersten Kapitel -- etwas mitnehmen können, gebe ich etwas vorsichtige vier von fünf Hoshi, äh, Sternen.

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Es fällt mir nicht ganz leicht, Richard Bozulichs Strategien und Taktiken des Go-Spiels -- im Original einfach The Second Book of Go -- angemessen zu bewerten. Das liegt einfach daran, daß ich mich noch nicht sehr lange ernsthaft mit dem Spiel auseinandersetze, und dies mein erstes Buch zum Thema ist.

Zu Beginn der Lektüre habe ich auf OGS 28. kyu gespielt. Daß ich inzwischen 24. kyu bin, ist sicher keine schlechte Werbung für das Buch. Dabei gab es durchaus einiges, das ich beim Lesen nicht wirklich verstanden habe, so daß man getrost annehmen kann, auch als etwas stärkerer Spieler noch von der Lektüre profitieren zu können.

Nun aber etwas mehr zum Inhalt: wie der englische Titel schon andeutet, spricht Bozulich hier eine breite Palette an Themen an, wobei er of auch auf weiterführende Literatur verweist. In den ersten Kapiteln geht es um Strategie, hier zum Beispiel Eröffnung und Josekis betrachtet. Für mich war der Anfang des Buches auch gleich der schwierigste Teil; denn oft findet man hier statt klarer Unterscheidungen zwischen guten und schlechten Zügen eher solche Aussagen:

Diagramm 15 bis 18 zeigen die verschiedenen Annäherungszüge, die gegen einen Stein auf dem 4-4-Punkt gespielt werden können. Mögliche schwarze Erwiderungen sind ebenfalls dargestellt. Invadieren auf dem 3-3-Punkt in Diagramm 19 ist eine weitere Möglichkeit.

Ich denke aber nicht, daß man dem Autor hier Ungenauigkeit anlasten kann -- das Thema ist eben nicht einfach in ein paar Sätzen dargestellt. Im zweiten, taktischen Teil des Buchs findet man dann glasklare Anweisungen: Konzepte wie Leben und Tod oder Semeais kommen dem Freund klarer Handlungsanweisungen doch sehr entgegen.

Mir persönlich haben besonders die Semeais (Wettrennen) gefallen; im Spiel haben sich wahrscheinlich die strategischen Überlegungen am stärksten ausgezahlt. Im ganzen wird Bozulich dem Anspruch, das, was man wissen muß, nachdem man die Regeln gelernt hat (deutscher Untertitel), durchaus gerecht. Der Leser sollte aber nicht erwarten, gleich alles zu verstehen, sondern über schwierigere Abschnitte lieber weggehen, und sie sich später und mit größerer Spielstärke nochmals zu Gemüte führen.

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