Einträge mit dem Tag ‘Netz’

Mockingbird stimmt schon mal ein Requiem an, Anke Gröner ist zum ersten Mal fassungslos: der Bundestag hat heute unter dem Deckmäntelchen des Schutzes vor Kinderpornografie die Einführung einer flächendeckenden Zensur-Infrastruktur beschlossen.

Wie Telepolis sehr treffend feststellt, wirkt die Argumentation der Befürworter etwas hilflos, so daß man sich fragen muß, warum die Koalition es mit der Verabschiedung des Gesetzes so eilig hat. Die Verhandlung der von über 130.000 Bürgern unterzeichnete Petition gegen den Gesetzentwurf durch den Petitionsausschuß des Bundestages hat man — natürlich — auch nicht abwarten wollen.

Ich persönlich muß sagen, daß ich schon bei der Einführung der Vorratsdatenspeicherung so fassungslos war, daß ich zum ersten Mal seit Jahren wieder auf die Straße gegangen bin — und zum ersten Mal überhaupt den Gang nach Karlsruhe angetreten habe. Deshalb finde ich das neue Gesetz nicht weniger schlimm, aber es gibt schon eine gewisse Abstumpfung: etwa so, als ließe man sich unter Lokalanästhesie verprügeln; man weiß, daß gerade eine Menge kaputtgeht, und daß es nachher ziemlich wehtun wird, aber im Moment ist da mehr stummes Entsetzen als echte Schmerzen.

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Gestern habe ich zum zweiten Mal meinen Scrobbler — also die Anbindung an last.fm — deaktiviert. Das kam so: meine Daten sind mir lieb und teuer; und wann ich welche Musik höre, ist eigentlich ziemlich privat. Trotzdem finde ich last.fm eine witzige Idee. Die tolle Community (wie etwa bei LovelyBooks) habe ich dort nicht gefunden, aber die Statistikfunktionen sind schon ganz nett.

Nun ja, ich war schon hin- und hergerissen, als ich mich dort angemeldet habe. Letztlich hat die Neugier gesiegt, und meine Playlisten fanden sich fortan online. Ich bin natürlich davon ausgegangen, daß Außenstehende nur auf genau die Daten Zugriff haben, die auf der Seite finden; alles andere hat der Anbieter für sich zu behalten oder zu löschen.

Dann tauchte bei Slashdot das Gerücht auf, daß last.fm Benutzerdaten — das heiligste, was ein Web-2.0-Dienst hat — an die RIAA weitergegeben habe. Das wurde (natürlich, möchte man hinzufügen) von last.fm dementiert. Ich war jedenfalls einigermaßen geschockt und habe meinen Scrobbler für ein paar Tage deaktiviert.

Irgendwann hat sich meine ganz persönliche Aufregung aber gelegt, und ich habe last.fm either wieder benutzt — jedenfalls bis gestern. Dann kam erneut eine Meldung über Slashdot herein und verwies auf einen Artikel bei TechCrunch: demnach ist das Dementi damals dem Buchstaben nach wahr gewesen, weil die Daten über nicht direkt, sondern über Umwege an die RIAA geflossen seien.

Das war für mich dann Anlaß, den Scrobbler ein weiteres Mal zu deaktivieren. Danach habe ich aber ein bißchen tiefer gebohrt als sonst — und bin auf einige Ungereimtheiten gestoßen. Zum Beispiel gibt es — anders als bei TechCrunch zu lesen — sehr wohl ein klares Dementi ohne Weasel Words, nämlich beim Wall Street Journal. Bei TechCrunch selbst scheint auch nicht alles eitel Sonnenschein zu sein; jedenfalls deuten einige der Kommentare darauf hin, daß die Betreiber beim Moderieren recht eifrig sind; bei der Diskussion im Last.fm-Forum kommen sie dann auch nicht besonders gut weg.

Die ganze Sache sieht irgendwie ganz schön schmutzig aus. Was auch immer hier die Wahrheit sein mag, ich weiß auch nicht, was ich tun soll: einerseits liegen meine Daten ziemlich offen auf dem Server — auch wenn sie nie an Dritte weitergegeben worden sind; andererseits bietet last.fm ganz nette features, und der Dienst paßt schon sehr zum Web 2.0.

Mal sehen, was die nächsten Tage so bringen.

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I cannot even tell how long this has upset me: if my web browser does not know the address I want to go to, it simply slaps a www in front and a .com at the end. To me, that is a typical case of “well intended”. I hate it when my computer tries to be more intelligent than me. It doesn’t work.

Some time ago,  however, I stumblede upon the solution: this is a feature called domain guessing, and you can switch it off! I had already looked in vain in every nook of the preferences dialog, of course — instead, you have to type about:config into the URL bar, then set the entry browser.fixup.alternate.enabled to false.

Simple, really.

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Ich will auch!

Titel:

  1. Enya — Watermark (64)
  2. Enya — Cursum Perficio (62)
  3. Enya — On Your Shore (61)
  4. Enya — Storms in Africa (59)
  5. Enya — Exile (59)
  6. Enya — Miss Clare Remembers (58)
  7. Enya — Orinoco Flow (58)
  8. Enya — Evening Falls … (54)
  9. Enya — River (51)
  10. Enya — The Longships (49)

Das seht jetzt, zugegeben, sehr langweilig aus, ist es aber nicht. Ich bin nichtmal ein so großer Fan, obwohl ich sie recht gerne höre. Allerdings habe ich in der ersten Jahreshälfte die beiden Alben, die ich digitalisiert besitze, fast jeden Morgen gehört.

Alben:

  1. Enya — Watermark (588)
  2. Gerry Rafferty — Night Owl (393)
  3. Enya — Shepherd Moons (380)
  4. Gerry Rafferty — Snakes And Ladders (370)
  5. Crosby, Stills & Nash — CSN (326)
  6. Carole King — Simple Things (320)
  7. Gerry Rafferty — City To City (320)
  8. Crosby, Stills & Nash — Daylight Again (282)
  9. Carole King — Tapestry (277)
  10. Amazing Blondel — Evensong (224)

Hier kann man schon eher meine wahren Favoriten erahnen: Gerry Rafferty, Carole King sowie Crosby, Stills, Nash und Young als Quartett, Trio, Duo oder auch Solo. Neuerdings darf es auch gerne mal Folk sein, und da sind Amazing Blondel gerade noch auf Platz 10 gerutscht.

Ja, und damit sind wir auch schon bei der wichtigsten Liste angekommen, nämlich der der Künstler:

  1. Gerry Rafferty (1085) [+1/+1]
  2. Enya (1028) [+1/+5]
  3. Toto (944) [-2/-2]
  4. The Alan Parsons Project (702) [+2/+1]
  5. Carole King (619) [0/-1]
  6. Crosby, Stills & Nash (608) [-2/-3]
  7. Stephen Stills (340) [+1/neu]
  8. ABBA (333) [neu/neu]
  9. Jethro Tull (286) [neu/neu]
  10. Steve Winwood (249) [-1/-1]

Im Vergleich mit der Liste von vor sechs Monaten hat sich nicht viel getan — plus oder minus zwei Plätze sind nicht die Welt; und auch im Vergleich mit der Liste von 2007 ist da nicht viel mehr los. Die Neuzugänge haben ihr Erscheinen in den Top Ten wohl neu digitalisierten Alben zu verdanken. Ich bin halt doch ein recht konstanter Hörer.

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Den gelegentlichen Spam-Kommentar wegzuklicken, ist ja noch OK. Aber seit ein paar Tagen sind es jeden Tag mindestens vierzig, und da hört der Spaß definitiv auf.

Mal sehen, wie gut Akismet ist.

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I have just finished reading a text about EMail (and Twitter and so on); unlike Jeff, I feel I should send an old-fashioned letter to some old friends of mine. And cancel my Twitter account.

Oh, well. I am just tired. But if I should feel the same tomorrow, I might just write a letter or two.

But I shall keep my twitter account.

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Tags:

This is old news in more than one way, but there is fun to be had with Google’s 2001 home page: Penryn, Web 2.0, and Flickr are some searches I would recommend.

[ via Heise ]

Kein Kommentardeutschsuomi

After having followed Jeff Atwood’s Blog for some time, I have taken a look at Stackoverflow today: it is a developer community (this is Web 2.0, after all!) that gathers knowledge concerning software development. The idea behind Stackoverflow is a mixture of a wiki, a blog, a forum, and a Digg-like ranking system.

I guess it is worthwhile to keep the project in mind.

In other news: my audio declicking software does horrible things to harpsichords.

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I am just trying out the Polyglot2 plugin by Martin Chlupac.

2 Kommentaredeutschsuomi

Da war doch mal was…

Newsgroups zum Diskutieren; und das beste daran: es gab richtige Clients, die man nach Belieben konfigurieren konnte. In diese neumodischen Webforen war es ja schon schwierig genug, nachzuhalten, welche Einträge man bereits gelesen hatte — von den abenteuerlichen Layoutvorstellungen diverser Foren-Webmaster ganz zu schweigen. Nein, im Usenet war das alles besser.

Und jetzt? Das Usenet ist tot, stellt Sascha Segan im PC Magazine fest. Seine sentimentalen Gefühle kann ich allerdings nicht recht nachvollziehen — das smaller, kinder Net habe ich doch als recht groß und oft genug auch unfreundlich im Gedächtnis behalten: Gruppen, in denen man mit hunderten von Nachrichten am Tag erschlagen wurde gab es genauso wie regelmäßige Flamewars. Klar, es war schon eine schöne Zeit; aber besser als heute? Anders trifft es eher, denke ich.

Ja, das Usenet ist tot, aber Schuld sind nicht die Provider, die es wegen dubioser Binaries nicht mehr führen; das Bessere ist der Feind des Guten, und das heutige Web ist schlicht viel benutzbarer als das der Neunziger. Das sagenumwobene Web 2.0 ist eben doch anders als das alte Web; dazu trägt Ajax sicher einiges bei, aber mein persönlicher Favorit ist ganz schlicht das 1999 bei Netscape erst entwickelte und dann aufgegebene RSS: mittels der inzwischen fast ubiquitären Feeds landet jenes entscheidende Stückchen Information auf meinem Rechner, das es mir ermöglicht, eine Webseite wie eine Newsgroup zu behandeln.

RIP Usenet — aber Trauer fände ich jetzt doch übertrieben.

[via Slashdot]

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