Archive vom Juni, 2009

Zum Tagesabschluß habe ich noch etwas heiteres, nämlich eine Suchanfrage: warum muss man bei primzahlen die vielfachen fon 11 nicht streichen?, will ein unbekannter Besucher wissen.

Da kann ich nur sagen: die Frage ist falsch gestellt. Wenn man mit dem Sieb des Eratosthenes Primzahlen bestimmen will, sind die Vielfacher von elf durchaus zu streichen -- genauso wie die aller anderen Primzahlen. Sind allerdings nur die Primzahlen bis N=100 gefragt, kann man nach der sieben aufhören: es genügt immer, bis zur Wurzel von N (hier also 10) zu prüfen.

Das sieht man so: angenommen, es gibt einen Teiler von nN (nennen wir ihn a), mit a>√N. Dann ist aber auch b = n/aN/a < N/√N = √N, also b<√N, Teiler von n; und so erkennen wir auch dann, daß n nicht prim ist, wenn wir nur bis √N prüfen.

Gute Nacht.

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Mockingbird stimmt schon mal ein Requiem an, Anke Gröner ist zum ersten Mal fassungslos: der Bundestag hat heute unter dem Deckmäntelchen des Schutzes vor Kinderpornografie die Einführung einer flächendeckenden Zensur-Infrastruktur beschlossen.

Wie Telepolis sehr treffend feststellt, wirkt die Argumentation der Befürworter etwas hilflos, so daß man sich fragen muß, warum die Koalition es mit der Verabschiedung des Gesetzes so eilig hat. Die Verhandlung der von über 130.000 Bürgern unterzeichnete Petition gegen den Gesetzentwurf durch den Petitionsausschuß des Bundestages hat man -- natürlich -- auch nicht abwarten wollen.

Ich persönlich muß sagen, daß ich schon bei der Einführung der Vorratsdatenspeicherung so fassungslos war, daß ich zum ersten Mal seit Jahren wieder auf die Straße gegangen bin -- und zum ersten Mal überhaupt den Gang nach Karlsruhe angetreten habe. Deshalb finde ich das neue Gesetz nicht weniger schlimm, aber es gibt schon eine gewisse Abstumpfung: etwa so, als ließe man sich unter Lokalanästhesie verprügeln; man weiß, daß gerade eine Menge kaputtgeht, und daß es nachher ziemlich wehtun wird, aber im Moment ist da mehr stummes Entsetzen als echte Schmerzen.

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Heute habe ich ein kleines mathematisches Spielzeug -- nicht sehr nützlich, aber witzig gemacht.

Eigentlich wollte ich hier noch ein paar schicke Bilder machen, um ein graphisches Multiplikationsverfahren zu illustrieren -- aber da ist mir schon jemand zuvorgekommen und hat das ganze bei Youtube hochgeladen und es damit letzten Monat sogar zu Ehrensenf geschafft.

Deswegen spare ich mir die Zeichnerei und merke nur noch an, daß die Methode letztlich der schriftlichen Multiplikation entspricht.

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Es lohnt sich doch, gelegentlich die Speicherkarte der Digitalkamera bis in die Ecken auszuräumen.

...um dort einen gemütlichen Abend im Hause meiner Eltern vor zwei Monaten zu finden.

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Wie wär's mit einer kleinen Supernova vor der Haustür? Einerseits muß man schon ein paar Millionen bis eher Milliarden Jahre warten, bis so ein Stern bereit für's große Feuerwerk ist. Andererseits gibt es natürlich einen ganzen Haufen Sterne da draußen, so daß es schon gelegentlich (auch in menschlichen Zeiträumen) mal kracht.

Jetzt sieht es so aus, als ob Beteigeuze (der linke Schulterstern des Orion) in nächster Zeit explodieren könnte.

Zugegeben ist das noch kein Grund, in große Begeisterung (oder Panik, je nach Geschmack) auszubrechen: zum eines ist das nur eine mögliche Interpretation der Daten, es gibt aber auch noch andere Erklärungen. Zum anderen kann in nächster Zeit durchaus heißen, daß wir noch ein paar Jahrhunderte darauf warten müssen.

Aber spannend finde ich das trotzdem.

[via Slashdot]

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Letztes Wochenende ist mir in der Kirche ein Werbeplakat für das digitale Wunschbuch aufgefallen; und da habe ich Lust bekommen, selbst ein Buch zu digitalisieren und online zu stellen.

Natürlich kann die eigene Knipskiste mit einer professionellen Repro-Kamera nicht mithalten, aber lustig wäre es trotzdem.

Deswegen gibt es ab sofort unter nibelungen.kirjoittaessani.de ein Schulbuch aus dem 19. Jahrhundert zu bewundern. Das Vorwort ist schon da, der Rest tröpfelt dann so nach und nach ins Netz...

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Heute ist Wahltag.

Aus irgendeinem Grunde lag bisher die Wahlbeteiligung bei Europawahlen deutlich unter der von Bundestagswahlen. Möglicherweise ist einer breiten Bevölkerungsschicht nicht klar was die da in Brüssel machen, und wo die Relevanz der Europapolitik für unser tägliches Leben liegt. In Wirklichkeit ist ein Großteil der deutschen Gesetze bereits heute durch europäische Vorgaben bestimmt.

Dann gibt es natürlich noch die überzeugten Nichtwähler -- politisch durchaus informiert, sind sie der Meinung, nichts ändern zu können, da keine Partei ihre Wünsche vertrete. Mir fällt es allerdings schwer, das zu glauben -- unter 31 Parteien sollte sich doch wenigstens eine finden, die halbwegs genehm ist. Im übrigen ist die Annahme, durch Nichtwählen oder Abgabe eines leeren Stimmzettels[1] ein Zeichen setzen zu können, irrig. Das einzige Zeichen, das man so setzt, ist das der Politikverdrossenheit und des Desinteresses.

Aber wenn man sich diese Liste ansieht, scheint Interesse in höchstem Maße geboten zu sein.

Also: Hingehen! Aber husch, husch!

[1]Einen leeren Stimmzettel abzugeben, bedeutet übrigens keine besondere Stimmenthaltung, sondern nur eine ungültige Stimme. Im Grunde ist das Ergebnis dasselbe wie bei der Nichtwahl, nur daß man dazu ins Wahllokal gehen muß.

[via Finja]

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Heute habe ich mal wieder etwas neues über CSS gelernt: Man kann :before nicht inline benutzen. Naja, eigentlich ist das ja auch logisch. Immerhin wirken Inline-Styles auf genau ein Element -- dasjenige, an dem die Option style hängt. Und weil :before ein Pseudo-Element ist, für das überhaupt kein HTML-Tag existiert, kann man auch keinen Inline-Style dafür definieren.

Ich hatte es so versucht:

<div style=":before {content: url(xyz.png)}" >Text</div>

Das ist natürlich Quark, Inline-Styles verwenden weder Elemente noch die geschweiften Klammern. Ich habe das jetzt etwas anders gelöst, und ab sofort funktionieren auch die Kategorie-Icons.

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