Einträge mit dem Tag ‘Wahlen’

Heute ist Wahltag.

Aus irgendeinem Grunde lag bisher die Wahlbeteiligung bei Europawahlen deutlich unter der von Bundestagswahlen. Möglicherweise ist einer breiten Bevölkerungsschicht nicht klar was die da in Brüssel machen, und wo die Relevanz der Europapolitik für unser tägliches Leben liegt. In Wirklichkeit ist ein Großteil der deutschen Gesetze bereits heute durch europäische Vorgaben bestimmt.

Dann gibt es natürlich noch die überzeugten Nichtwähler -- politisch durchaus informiert, sind sie der Meinung, nichts ändern zu können, da keine Partei ihre Wünsche vertrete. Mir fällt es allerdings schwer, das zu glauben -- unter 31 Parteien sollte sich doch wenigstens eine finden, die halbwegs genehm ist. Im übrigen ist die Annahme, durch Nichtwählen oder Abgabe eines leeren Stimmzettels[1] ein Zeichen setzen zu können, irrig. Das einzige Zeichen, das man so setzt, ist das der Politikverdrossenheit und des Desinteresses.

Aber wenn man sich diese Liste ansieht, scheint Interesse in höchstem Maße geboten zu sein.

Also: Hingehen! Aber husch, husch!

[1]Einen leeren Stimmzettel abzugeben, bedeutet übrigens keine besondere Stimmenthaltung, sondern nur eine ungültige Stimme. Im Grunde ist das Ergebnis dasselbe wie bei der Nichtwahl, nur daß man dazu ins Wahllokal gehen muß.

[via Finja]

4 Kommentare

In letzter Zeit gibt es den Trend, Parlamentswahlen nicht mehr mit Wahlzetteln und Kulis, sondern lieber mit Freund Computer zu veranstalten. Das mag sich ja für den Laien ganz nett anhören — die Wahlhelfer können ein Stündchen früher nach Hause, und Computer können besser zählen als Menschen, und überhaupt.

Aber mal ehrlich: hört bloß auf mit dem Mist. Eine Stimmauszählung per Hand kann jeder kontrollieren. Man kann im Zweifel auch nochmal nachzählen. Wie soll das bei einem Computer gehen? Und wer kann das Programm, das auf dem Rechner läuft, kontrollieren? Das dürfte selbst den meisten Fachleuten schwerfallen — und ist für Nicht-Experten gänzlich unmöglich. Außerdem: was spricht eigentlich gegen die althergebrachte Wahl mit Papier und Stift?
Für technisches Spielzeug bin ich immer zu haben, aber gerade bei Wahlen sollte man sich doch besser auf das beschränken, was nötig ist.

Soweit die Kurzfassung. Ausführlicheres gibt's anderswo: Tim beschäftigt sich mit Wolfgang & Wolfgang. Bruce Schneier schreibt über die Situation in den USA, in denen schon länger maschinell gewählt wird. Rop Gonggrijp von Wij vertrouwen stemcomputers niet spielt Schach mit dem Wahlcomputer und hat der c't ein Interview gegeben.

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