Archive vom April, 2010

Heute habe ich eigentlich gar nicht viel mitzuteilen, außer vielleicht, daß ich furchtbar müde bin. Das liegt daran, daß es gestern qua Steuererklärung ziemlich spät geworden ist.

Der eigentliche Grund für diesen Eintrag ist aber dieses Bild:

Es zeigt die Wüstung Moseborn, von der allerdings nicht mehr viel zu sehen ist -- eigentlich gar nichts außer dem Mäuseturm etwas links von der Bildmitte. Das Bild habe ich für die Eule gemacht.

Und weil derzeit herrlichstes Frühlingswetter herrscht, habe ich noch ein kleines Panorama vom Bratental (das heißt wirklich so).

Kein Kommentar

Von der Erdnuß gibt es leider nichts Neues zu berichten -- oder zumindest nichts Gutes: sie hatte etwas Probleme mit Pilzbefall, und seitdem hat sich nichts weiter getan. Ich hätte wahrscheinlich die Erde vorher im Backofen sterilisieren sollen. Nun ja, das tue ich dann wenigstens für die Banane -- die (das heißt: deren Samen) wartet nämlich noch auf ihren Einsatz..

Dafür aber fangen die Kaffeebohnen langsam an, sich zu erheben. Und auch in meinem Sammelsuriumstopf ist ein neuer Sproß zu bewundern. Was daraus mal werden soll, muß sich erst noch zeigen -- ich habe einfach zu viele verschiedene Samen dort versenkt. Das, was sich diagonal durchs Bild reckt, dürfte jedenfalls eine Dattelpalme sein. Zumindest ist es einkeimblättrig und bemerkenswert hart; und weil sich in dem Topf eigentlich nur eßbares findet, ist das mein bester Tipp.

Kein Kommentar

Haben wir noch Kartoffeln, fragt die Eule. Ich glaube nicht, aber ich sehe mal nach, sage ich. Eine habe ich dann doch noch gefunden.

1 Kommentar

How these papers have been placed in sequence will be made clear in the reading of them.

Ich fahre gerade durch Minden, und der ausgelesene Dracula liegt vor mir. Daß ich zwei Jahre für die gut fünfhundert kleinformatigen Seiten gebraucht habe, liegt nicht -- wie man vielleicht vermuten könnte -- am Text selbst; es ist allein der Tatsache geschuldet, daß dieses Buch, einmal unterwegs begonnen, für mich zur Reiselektüre geworden ist, die ich nur im Zug wirklich lesen mag.

Stokers Dracula ist sicher einer der bekanntesten Romane; ich möchte aber bezweifeln, ob er auch zu den meistgelesenen gehört: er dürfte vielmehr als Symbol für unzählige Filme (oft unter gleichem Namen) und Bücher stehen.

Für mich ist das Interessanteste an der Geschichte nicht die Handlung an sich -- Vampirbücher gibt es schließlich genug am Markt; auch die Art der Erzählung, eine Sammlung von Briefen, Telegrammen und Tagebucheinträgen, ist zwar nicht völlig gewöhnlich, aber auch nicht gerade einzigartig. Sehr schön gelungen finde ich hier übrigens die verschachtelten Berichte aus Kostovas Historian.

Nein, der wirklich interessante Punkt ist der Einblick in die viktorianische Gesellschaft, die der Leser erhält. Ich kann nur vermuten, daß dies einem zeitgenössischen Leser kaum auffiele -- aus heutiger Sicht jedoch springt die Fremdheit fast aus jeder Zeile heraus. Sei es Klassentrennung, die starken Geschlechterrollen, oder die alles durchdringende Religiosität -- die Unterschiede zum einundzwanzigsten Jahrhundert muten um so stärker an, als Urbanisierung und technischer Fortschritt im ausgehenden neunzehnten ihrem heutigen Zustand schon recht nahekommen.

May it not frighten her terribly? It is unusual to break into a lady's room!

An dieser Stelle möchte ich exemplarisch die Klassengesellschaft herausgreifen.

Da gibt es den Arbeiter: dem Bier zugetan, verstockt bis unterwürfig (je nach Trockenheit der Kehle), einfältig oder bestenfalls mit Bauernschläue beseelt.
Welch Unterschied dazu der Bürger aus der Mittelschicht: mit untadeligem Benehmen, prinzipientreu, jederzeit dem Wohl anderer und der Gesellschaft verpflichtet.
Ja, und dann haben wir natürlich noch den Aristokraten, dem zusätzlich ein Führungsanspruch zu eigen ist: sei es, daß er jederzeit mit jedem Menschen sprechen kann, wenn er es wünscht; sei es, daß eigentlich absolute Verschwiegenheit ihm gegenüber doch nicht unbedingt gewahrt wird.

Nun wäre es natürlich naiv, anzunehmen, heutzutage existierten keine Schichten oder Geschlechterrollen mehr. Nicht ganz sicher bin ich mir aber, ob die hier dargestellten viel krasseren Unterschiede den Blick für unsere Welt eher schärfen oder verstellen. Wie dem auch sei: fünf Sterne und eine Leseempfehlung gibt es in jedem Falle.

[Edit: Typo]

2 Kommentare