Auf Telepolis ist ein Interview mit John Petersen abgedruckt wiedergegeben. Das Original ist in What is Enlightenment erschienen.
Petersen äußert sich dazu, wie er sich die Energieversorgung nach dem Ende der Rohölförderung vorstellt.
Das ganze ist zwar gruselig übersetzt — ein Futurist beschäftigt sich mit Futurismus, Petersen ist wohl eher Futurologe — aber ganz interessant zu lesen. In der Zukunft, die in dem Interview beschrieben wird, wird Energie aus Äthylalkohol erzeugt, der durch Gärung aus Pflanzen entsteht. Da diese nachwachsen und dabei Kohlendioxid aus der Atmosphäre binden, wären zwei wesentliche Probleme, die die Verwendung von fossilen Energieträgern mit sich bringt, gelöst.

Der letzte Teil wirkt allerdings eher komisch: Da ist von Nullpunktenergie die Rede, aber man hat das Gefühl, daß Petersen nicht wirklich weiß, was es damit auf sich hat. Dann geht es um die kalte Fusion, mit der der zweite Hautsatz der Thermodynamik ausgehebelt werden soll. Die Ausführungen hören dazu sich für mich verdächtig nach Freier Energie an — außerdem habe ich das Gefühl, daß Petersen auch den zweiten Hauptsatz nicht wirklich kennt, denn das, was er da beschreibt, scheint sich auf den ersten Hauptsatz zu beziehen.

Leider steuert Telepolis nur einen kurzen Absatz zu dem Interview bei, der diese seltsamen Aussagen wiederholt und bei der Gelegenheit auch noch von latenter Energie spricht — das ist für meinen Geschmack sprachlich zu nah an latenter Wärme, hat aber ansonsten nichts damit zu tun. Das gleiche Problem hat man auch mit dem Begriff der Freien Energie, wie ihn Pseudowissenschaftler verwenden; denn auch die freie Energie gibt es in der Thermodynamik, allerdings mit gänzlich anderen Eigenschaften.
Ich hätte es nett gefunden, wenn Telepolis sich mit den Aussagen Petersens kritisch auseinandergesetzt hätte. Auch wenn das nicht der Fall ist, haben doch zumindest einige der Kommentarschreiber im Artikelforum ihren Spaß.

1:53 Kein Kommentar

von kirjoittaessani

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