Als der Prinz durch den Wald streifte und sich, dem Wunsche seines Vaters folgend, die Bäume mit den Augen eines Försters ansah, stieß er also auf eine Lichtung. Als er dort rastete wurde er mit einem Male des Einhorns gewahr, als es die Büsche am Rande der Lichtung durchbrach: es war hierher gekommen, um zu äsen; denn auf der Lichtung wuchsen Gras und schmackhafte Kräuter, die im Schatten der Bäume nicht gedeihen konnten.

Der Prinz betrachtete das Einhorn, und er bemerkte, daß es ein sehr schönes Tier war. Er hätte es gern aus der Nähe betrachtet, doch er hütete sich, auch nur die kleinste Bewegung zu machen: wenn er es verschreckte, bekäme er es wahrscheinlich nie wieder zu Gesicht. So blieb er also ruhig sitzen, bis das Einhorn wieder im Walde verschwunden war.
Der Prinz aber ruhte noch ein wenig, eher auch er sich wieder in den Wald begab. Dort besah er weiter die Bäume, wie es schon sein Vater und Großvater getan hatten.

Als die Sonne sich dem Horizont entgegenneigte, machte er sich auf den Heimweg. Der Wald war sehr groß, und er würde noch viele Tage arbeiten müssen, bis der König mit seinem Werk zufrieden war; doch es gab an vielen Stellen Dörfer oder Wirtshäuser, in denen man Quartier beziehen konnte. Nachdem er ein Nachtlager gefunden hatte, begab der Prinz sich zur Ruhe. Bevor er einschlief, bedachte er noch einmal die Geschehnisse des Tages, und er war glücklich: manche Mitglieder des Hofes mochten auf ihn herabsehen, weil er eine Tätigkeit ausführte, die sie eher für einen Mann aus dem Volke angemessen fanden. Auch mußte er auf viele Annehmlichkeiten verzichten.
Doch er war gern in der freien Natur, fern von den höfischen Intrigen. Außerdem, so dachte er, hätte er bei Hofe niemals das Einhorn gesehen.

22:14 Kein Kommentar

von kirjoittaessani

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