Vor einigen Wochen habe ich auf dem Wühltisch eines örtlichen Buchhändlers den Roman 2367 -- Experiment Hex von Rhiannon Lassiter entdeckt; weil ich den Klappentext recht ansprechend fand, habe ich es kurzerhand erworben: um Menschen (die 'Hex'e aus dem Titel), die "über ihr Bewußtsein" in Datennetze eindringen, sollte es gehen; und um ein totalitäres Regime, das Angst vor den Hexen hat und sie verfolgt.
Leider hat die Autorin diese beiden Ansätze gründlich verspielt. Vom Regime erfahren wir nichts (außer daß Hexe von Staats wegen ermordet werden); das Eintauchen in die Datennetze ist -- wie in sehr vielen Cyberspace-Romanen -- in meinen Augen völlig unglaubwürdig dargestellt; und zu guter Letzt ist es für den Fortgang der Geschichte unerheblich, ob nun Hexe oder Brillenträger gejagt werden: übrig bleibt eine Klasse Menschen, die der Staat verfolgt, für Experimente mißbraucht, und tötet.
Kurz gesagt: die Geschichte an sich ist eher schwach. Dazu kommt leider noch, daß die Sprache oft ziemlich holperig ist. Ich weiß zwar nicht, ob man das der Autorin anlasten muß, oder ob es eher an der Übersetzung liegt (das Original ist in Englisch verfaßt); aber für den Leser der deutschen Ausgabe bleibt in jedem Falle ein unbefriedigender Eindruck zurück.

13:44 Kein Kommentar

von kirjoittaessani

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