Der Wunsch, dass sich aus dem Chor der im Netz herumirrenden Mikromeinungen ein paar klare Stimmen heraushören lassen, ist sicher eher ein Reflex der alten Medien.

Stimmt. Warum soll man immer auf die Meinungsführer oder die von Harald Staun beschworenen Blogs der Top 100 starren? Das ist doch gerade der Vorteil des Netzes, daß ich mich an vielen Stellen und aus vielen Blickwinkeln informieren kann — und das ist ja durchaus kein neuer Effekt, der erst mit dem Web 2.0 oder überhaupt mit dem Web aufgekommen wäre.

Der oben zitierte Text ist in meinen Augen gar nicht schlecht, aber er hat zwei Schwächen: zum einen lese ich da einen gewissen ironischen Unterton heraus (zugegeben, der mag allein im Auge des Betrachters existieren); zum anderen kann oder will der Autor in seiner Exploration der Blog-Kultur offenbar den entscheidenden Schritt doch nicht gehen: er bleibt in seiner Sichtweise der klassischen Massenmedien.
Da darf es nicht verwundern, daß er auf der Suche nach abseitigen Themen wie dem Klimawandel, dem Theater, der SPD oder der deutschen Außenpolitik nicht fündig wird — gesucht hat er wieder nur in den Top 100.

[via beyond]

22:51 Kein Kommentar

von kirjoittaessani

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