Den größten Teil eines Jahres ist es schon her, daß ich den ersten Band von Otherland beendet habe. Man mag aus der Länge der Zeit ersehen, daß ich auch den zweiten Band, River of Blue Fire, nicht hochspannend finde.

Zunächst möchte ich ein paar knappe Worte zur Handlung verlieren -- ohne Spoiler, wie ich meine. Nachdem sich unsere Abenteurer gegen Ende des ersten Bandes endlich gefunden haben, begeben sie sich auf die Suche: eine ganz klassische Quest, wenn auch mit noch etwas unklar formuliertem Ziel. Nachdem die ersten Kapitel sich erfrischend handlungsreich präsentieren, erlahmt die Spannung dann doch wieder etwas. Eine Zeitlang beschlich mich die düstere Ahnung, daß der Autor die Möglichkeiten seines Sujets zugunsten einer simplen Episodengeschichte mit möglichst exotischen Schauplätzen verspielt. Etwa ab der Hälfte des Buches legte sich dieses Gefühl aber, und man bekommt den Eindruck, daß alle fortgeführten Handlungsstränge die Erzählung tatsächlich voranbringen.

Wie ich bereits zum ersten Band sagte, bin ich Romanen mit Längen durchaus nicht abgeneigt, solange diese Längen im Rahmen der Erzählung einen Sinn haben. Und wie beim ersten Band finde ich auch beim zweiten Teil von Otherland, daß nicht alle Längen diesen Sinn bieten. Ansonsten bleibt anzumerken, daß der Autor mit River of Blue Fire sicherlich eine schwierigere Aufgabe zu bewältigen hatte als beim Vorgänger. Konnte sich der Leser dort noch vom Unbekannten faszinieren lassen, so sind hier alle Handlungsstränge und Personen soweit bekannt, daß man sie in den Kontext der Geschichte einordnen kann. Das einzige große Rätsel, dessen Lösung man entgegenfiebern kann, ist der Gegenstand der Quest.

Eingedenk dessen (und der Tatsache, daß Williams das Ende diesmal besser gelungen ist), gebe ich dem Werk vier von fünf Sternen. Damit verbinde ich auch die Hoffnung, daß der qualitative Aufwärtstrend anhält und der dritte Band wirklich gut wird.

22:38 Kein Kommentar

von kirjoittaessani

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