Archiv vom Juni 25th, 2007

Leute, die es (leider) wissen müssen, berichten von einem besonderen Problem bei der Behandlung von Depressionen: fühlt sich der Patient wieder gut, so ist er oft der Meinung, wieder gesund zu sein – und setzt die Medikamente ab. In Wirklichkeit sieht es aber ohne Medikamente gar nicht so toll aus, und man ist wieder in einem tiefen Loch.

Das klappt auch ohne Depression ganz wunderbar: man muß sich nur unglücklich verlieben. Sieht man sich ein, zwei Wochen nicht, ist alles wieder normal — aber wehe, man läuft sich dann doch über den Weg: dann ist die Stimmung wieder im Keller.

So ein Mist.

2 Kommentare

Seltsam, wie unterschiedlich eine Zugfahrt wirken kann, wenn man zu verschiedenen Zeiten reist. Die Rückfahrt am Sonntagabend, im spärlich besetzten Zug in die Dämmerung hinein, hat immer ein deutliches Gefühl der Reise in mir erweckt. Ich muß dann oft an Romane und Erzählungen denken, die in Zügen spielen -- auch wenn ein ICE durch Deutschland nicht der Orient-Express ist.
Jetzt, am Montagmorgen, ist das ganz anders: man fährt halt zur Arbeit, und ob das in der Straßenbahn oder dem Zug passiert, ist einerlei.
Daß der Zug ziemlich voll ist, mag eine Rolle spielen, aber da ist noch etwas anderes; etwas, das einfach in der Tageszeit liegt und auch in mir selbst.Seltsam.

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