In der Frankfurter Rundschau gibt es einen Artikel zu Siemens und BenQ. Auch bei Telepolis gibt es einen Text, der sich auf den der FR bezieht. Lesenswert sind sie beide, aber einen Punkt vermisse ich doch: Mögen die Manager auch etliche Dummheiten begangen und Entwicklungen verschlafen haben, das, was sie jetzt tun, ist durchaus nicht dumm und hat auch mit Unfähigkeit nichts zu tun.

Das Problem liegt nicht (nur) darin, daß sträfliche Dummheit … nicht vorgesehen ist (FR). Es liegt hauptsächlich darin, daß der Nutzen von Stellenstreichungen in einem Unternehmen, das nicht gut läuft, bei eben diesem Unternehmen bleibt; die Kosten, die dieselben Stellenstreichungen verursachen, müssen jedoch nicht vom Unternehmen getragen werden, sondern können — z.B. durch die ach so beliebten Auffanggesellschaften — auf die Allgemeinheit abgewälzt werden.
Bruce Schneier predigt seit längerem bei jeder Gelegenheit (wenn auch in anderem Zusammenhang), daß solche externalisierten Kosten schädlich sind. So fehlt nämlich denjenigen, die die Entscheidungen treffen, die incentive der Anreiz, daraus eine vernünftige Entscheidung zu machen.

Aber was soll's, wirklich ändern will das ja niemand — jedenfalls niemand, der was dran ändern könnte. Und wer sich darüber aufregt, ist eh ein unverbesserlicher Kommunist oder — ganz schlimm — noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen und will dem Standort Deutschland Steine in den Weg legen.

Prost.

23:12 Kein Kommentar

von kirjoittaessani

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